Der Osterhase bringt die bunten Eier und versteckt sie im Garten und wir begeben uns auf die Suche danach: So sieht das typische deutsche Osterfest aus. Doch wusstest du schon, dass Ostern nicht überall gleich gefeiert wird?
In Schweden gibt es keinen Osterhasen, sondern ein Osterküken, das die Eier versteckt. Die ganze Osterdekoration ist auf gelbe Küken ausgerichtet. Die Eier, die diese den Kindern bringen, sind große Papp- oder Plastikexemplare, gefüllt mit Süßigkeiten. Zur Dekoration gibt es Birkenzweige mit bunten Federn – als Symbol des Frühlings. Bereits am Gründonnerstag verkleiden sich Kinder als Osterhexen: Sie ziehen von Haus zu Haus, verteilen selbstgemalte Karten und sammeln Süßigkeiten ein.
In Deutschland selbst ist auch nicht überall der Hase fürs Verstecken der Eier zuständig. In manchen Regionen übernehmen Fuchs, Storch oder Hahn diese Aufgabe. Diese Traditionen waren besonders vor etwa 100 Jahren in Deutschland weit verbreitet. Doch auch heute noch ist in vereinzelten Regionen in Niedersachsen der Fuchs unterwegs, um die Kinder mit Eiern zu beschenken. In Thüringen und an der niederländischen Grenze war und ist der Storch der Eier-Überbringer und der Hahn war bzw. ist im Thüringer Becken sowie in Schleswig-Holstein an Ostern aktiv.
Auch in Australien werden Ostereier versteckt, allerdings vom Osterbilby: einem kleinen frechen Beuteltier. Kaninchen gelten in Australien als Plage, die weite Teile des Landes zerstören und den einheimischen Bilby verdrängen. Ostern wird daher zugleich benutzt, um auf die Bedrohung des Bilbys aufmerksam zu machen. Denn wer so schöne Geschenke bringt, der darf nicht aussterben, sondern verdient unseren Schutz.
In Irland werden vielerorts Heringe begraben – als Zeichen für das Ende der Fastenzeit. Während der 40-tägigen Fastenzeit vor Ostern war der Verzehr von Fleisch verboten, weshalb früher oft Hering auf den Tisch kam. So entwickelten sich Heringe als Sinnbild für die strenge Fastenzeit. Am Ostersonntag werden diese vergraben: Jetzt braucht man den Hering nicht mehr, weil man endlich wieder Fleisch essen darf.
Bulgaren bewerfen traditionell ihre Familienmitglieder mit den Ostereiern, das soll Glück bringen. Nach der Messe am Ostersonntag beginnt die Schlacht, bei der man seine Liebsten mit hartgekochten Ostereiern bewirft. Allerdings nicht, um sie zu verletzen. Ganz im Gegenteil wünscht man ihnen auf diese Art Glück. Dabei gilt: Wer am Ende ein unbeschädigtes Ei besitzt, soll das erfolgreichste Jahr vor sich haben.
Recht rabiat geht es auch in Finnland zu: Man schlägt Freunde am Palmsonntag mit Birkenruten auf den Rücken, um ihnen auf diese Art Glück zu wünschen. Natürlich nicht mit voller Kraft, sondern sanft, damit keine Verletzungen entstehen. Die Birkenruten sollen dabei an die Palmzweige erinnern, mit denen Jesus bei seinem Einzug in Jerusalem empfangen wurde. Es ist eine Art, Segen zu wünschen und an den Palmsonntag zu erinnern.
In Frankreich läuten von Gründonnerstag bis Karsamstag keine Kirchenglocken, um den Tod von Jesus zu betrauern. Die Legende besagt, dass die Glocken nach Rom fliegen, damit der Papst sie dort segnen kann. Am Ostermorgen kommen die Glocken zurück und auf ihrem Rückweg verteilen sie der Legende nach die Ostereier im ganzen Land. Das erneute Läuten der Glocken drückt dabei die Freude über die Auferstehung von Jesus aus.
Auch wenn es der Name vermuten lässt: Auf der Osterinsel wird gar kein Ostern im kommerziellen Sinn gefeiert, da Ostereier oder Osterhasen dort keine Tradition haben. Die Insel heißt lediglich so, weil sie laut Legende an einem Ostersonntag entdeckt wurde. Dennoch ist Ostern dort ein christlicher Feiertag mit Gottesdienst. Aber eben längst nicht der wichtigste.
Der größte Osterstrauß Deutschlands ist ein Apfelbaum mit etwa 10.000 Eiern im thüringischen Saalfeld. Über Jahre hinweg schmückte ein Ehepaar ihren Apfelbaum im Garten mit tausenden handbemalten Eiern. Mittlerweile schmücken bereits über 10.000 Eier diesen besonderen Apfelbaum, weshalb er als Rekordhalter gilt.
Die Kraft eines Eier-Orakels, mit dem zukünftige Ereignisse vorausgesagt werden können, ist, so sagt man, an Ostern am stärksten. Das Ei gilt im volkstümlichen Glauben vor allem in Südosteuropa als Symbol für universelle Lebenskraft: Ihm wird eine heilende, beschützende und auch prophetische Gabe zugesprochen und auf diesem alten Glauben beruht auch das Eier-Orakel. Dafür hält man das Ei kurz in der Hand, damit es die Körperwärme und die eigenen Schwingungen aufnehmen kann. Danach legt man es auf eine Schale oder einen Teller, dreht das Ei vorsichtig um die eigene Achse und stellt eine Frage, die mit Ja oder Nein beantwortet werden kann. Dreht sich das Ei schnell, lautet die Antwort auf die Frage Ja. Dreht es sich langsam oder bleibt es recht abrupt stehen, lautet die Antwort Nein. Der beste Zeitpunkt für dieses Orakel ist übrigens der Karfreitag.
Nicht alle Ostereier sind zum Verzehr gedacht. Ein seltenes Fabergé-Ei aus dem Familienbesitz der Rothschilds wurde für einen Rekordwert von 12,5 Millionen Euro versteigert.
Vielleicht hast du dich schon mal gewundert, dass Ostern – anders als Weihnachten oder Nikolaus – jedes Jahr auf einen anderen Zeitraum fällt. Das liegt daran, dass der Oster-Termin nach dem Mondkalender bestimmt wird. Es wird am Sonntag nach dem ersten Frühlings-Vollmond gefeiert. Da Frühlingsanfang immer am 20./21. März ist, liegt Ostern im Zeitraum zwischen dem 22. März und dem 25. April.
Gerüchten zufolge sollte George Michaels berühmtes Weihnachtslied „Last Christmas“ ursprünglich „Last Easter“ heißen. Bis er den Text umschrieb und es an Weihnachten veröffentlichte – und es damit zum unvergesslichen Klassiker gemacht hat. Aber wer weiß: Vielleicht bekommt Ostern in Zukunft ja auch seinen ganz eigenen, unvergesslichen Sound. Wir wünschen jedenfalls frohe Ostern – egal mit welchen Bräuchen es in deiner Region zelebriert wird!
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