Burnout erkennen und behandeln

Gestresst, erschöpft, überfordert. Wenn das Gleichgewicht aus An- und Entspannung gestört wird, kann das zu einer ernsthaften Erkrankung führen. Wie erkennt man die klassischen Burn-out-Anzeichen und wie kann man Burn-out vorbeugen?


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Burnout – Symptome und Behandlung

 

Wer unter Burnout leidet, befindet sich in einem Zustand ständiger Erschöpfung und Überforderung. Ein Teufelskreis, der sich nicht leicht durchbrechen lässt. Lesen Sie, wie Sie einem Burnout vorbeugen.

Frau leidet an Burnout

Haben Sie das Gefühl, ständig etwas tun zu müssen? Wenn der Stress überhandnimmt und für Verschnaufpausen oder eigene Bedürfnisse überhaupt keine Zeit mehr bleibt, gerät die Work-Life-Balance durcheinander. Ist das Gleichgewicht aus Anforderung und Entspannung über einen längeren Zeitraum gestört, kann sich das in ersten Burnout-Anzeichen wie anhaltender Müdigkeit und Erschöpfung sowie Überforderung und (Ein-)Schlafstörungen äußern.

Betroffene fühlen sich förmlich ausgebrannt. Doch es gibt Wege, die klassischen Burnout-Anzeichen frühzeitig zu erkennen und mithilfe der richtigen Behandlung gegenzusteuern. Was ist Burnout und wie äußert es sich? Wie kann man einem Burnout vorbeugen?

 

Was ist Burnout?

 
Der Begriff „Burnout“ wurde in den 1970er-Jahren von amerikanischen Psychologen eingeführt. Er beschreibt einen Zustand ständiger Erschöpfung und Überforderung, der sich oft über einen längeren Zeitraum hinweg entwickelt und neben körperlichen auch zu seelischen Beschwerden (im schlimmsten Fall bis hin zu einer Depression) führen kann.

In vielen Fällen kann Burnout auf permanenten Stress und Überlastung im Beruf zurückgeführt werden, die Ursachen für die Erkrankung sind aber vielfältig – ebenso wie der Krankheitsverlauf. Waren es damals vor allem Personen im Sozial- und Gesundheitswesen, die an Burnout erkrankten, hat sich Burnout inzwischen zu einer Volkskrankheit entwickelt.

Die Ursache dafür sehen Wissenschaftler im steigenden Leistungsdruck der heutigen Gesellschaft, der wiederum zu Versagensängsten und zu Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes oder eines festen Platzes im Leben seiner Mitmenschen führen kann.
 

Burnout-Anzeichen

 
In der Frühphase eines Burnouts investiert der Betroffene sehr viel Energie in die Bewältigung seiner Pflichten. Das kann aus übertriebenem Ehrgeiz, Idealismus oder Perfektionismus geschehen, aber auch, weil er extremem Leistungsdruck ausgesetzt ist. Eines der ersten Burnout-Anzeichen ist das Gefühl, ständig etwas tun zu müssen und nicht mehr abschalten zu können.

Betroffene können sich nicht mehr ausreichend erholen und sind in der Folge weniger leistungsfähig. Das versuchen sie wiederum, mit einem erhöhten Kraftaufwand auszugleichen – wodurch sie nur noch erschöpfter sind. Sie sind mittendrin in einem Teufelskreis, aus dem es ohne Hilfe schwer wird, wieder auszubrechen.
 
Frühe Burnout-Anzeichen sind unter anderem:
  • das Gefühl, ständig etwas tun zu müssen
  • das Gefühl, zu wenig Zeit für sich selbst zu haben
  • das Verleugnen der eigenen Bedürfnisse
  • der Rückzug aus dem sozialen Leben
Im weiteren Verlauf können andere Symptome hinzukommen:
  • Rastlosigkeit
  • körperliche Erschöpfung
  • (Ein-)Schlafprobleme
  • Konzentrationsmangel
  • erhöhte Unfallgefahr
  • erhöhte Anfälligkeit für Infektionen
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Welche Burnout-Phasen gibt es?

 
Wissenschaftlichen Erkenntnissen zufolge durchleben Personen, die unter Burnout leiden, verschiedene Entwicklungsphasen. Freudenberger und Noth haben dies in ihrem 12-Stufen-Modell veranschaulicht, während Burisch von diesen sieben Burnout-Phasen ausgeht:
  • 1. Phase: Verleugnen eigener Bedürfnisse
  • 2. Phase: Vermindertes Engagement
  • 3. Phase: Emotionale Reaktionen
  • 4. Phase: Schwindende Leistungskraft
  • 5. Phase: Desinteresse
  • 6. Phase: Psychosomatische Reaktionen
  • 7. Phase: Verzweiflung
Jeder Betroffene zeigt ganz unterschiedliche Symptome und Burnout-Anzeichen, und nicht jede dieser Phasen muss zwangsläufig in dieser Reihenfolge durchlaufen werden. Sehr wahrscheinlich ist aber, dass Betroffene alle sieben Phasen durchleben.
 

Burnout: Ursachen und Risikofaktoren

 
Die Ursachen für Burnout sind verschieden, schließlich reagiert jeder Mensch anders auf Belastungen. Fakt ist, dass sowohl die innere Veranlagung als auch äußere Faktoren an der Entstehung des Burnouts beteiligt sind. Grundsätzlich kann Burnout jeden treffen, allerdings sind sehr widerstandsfähige Menschen nicht so anfällig für Burnout wie weniger belastbare Personen. Unter Burnout-Betroffenen finden sich jedoch auch starke Persönlichkeiten, die durch übersteigerten Ehrgeiz oder Perfektionismus in die Burnout-Falle tappen.

Ob Studienanfang, Berufseinstieg, Jobwechsel oder Beförderung: Vielfach wird Burnout durch eine veränderte Lebenssituation ausgelöst. In diesem Fall decken sich die eigenen Erwartungen vielleicht nicht mit den tatsächlichen Begebenheiten, was zu Frustration und Enttäuschung führen kann. Oder die neue Lebenssituation verlangt Betroffenen so viel ab, dass sie die Herausforderung kaum meistern können. Umgekehrt kann auch das Nicht-Eintreten einer langersehnten Veränderung zu einem Gefühl der Ohnmacht und Enttäuschung – und letztlich zu Burnout führen.
 

Innere Risikofaktoren für Burnout

 
  • unrealistische Ziele, die nicht erreicht werden können
  • Zweifel an der Sinnhaftigkeit des eigenen Handelns
  • Abhängigkeit des Selbstwerts von der Ausübung einer bestimmten Rolle
  • Ziele, die nicht den eigenen Wünschen entsprechen
  • innere Unruhe, es anderen recht machen zu wollen
  • Probleme, eigene Schwächen und Grenzen zu akzeptieren
  • Schwierigkeiten, Nein zu sagen

Äußere Risikofaktoren für Burnout

  • Überlastung
  • Kontrollverlust
  • fehlender Rückhalt im Privatleben
  • ungelöste Konflikte
  • Ungerechtigkeit
  • eingeschränkte Freiheit
  • fehlende Anerkennung
  • Fremdbestimmung

Burnout-Risikofaktoren auf einen Blick

Innere Risikofaktoren
Äußere Risikofaktoren
übersteigerter Ehrgeiz
Überlastung
Zweifel am Sinn des Tuns
Kontrollverlust, eingeschränkte Freiheit
Problem, Nein zu sagen
fehlende Anerkennung
mangelnde Akzeptanz eigener Grenzen
Ungerechtigkeit
Ziele entgegen der eigenen Wünsche
Mobbing, ungelöste Konflikte
 

Physische und psychische Burnout-Symptome

 
Ebenso verschieden und individuell wie die Ursachen des Burnout-Syndroms sind auch die einhergehenden Burnout-Symptome. Betroffene leiden häufig an einer Kombination aus körperlichen und seelischen Beschwerden.
 

Physische Burnout-Symptome

  • Kopfschmerzen, Migräne
  • Übelkeit, Erbrechen
  • Schwindelgefühl
  • Muskelverspannungen
  • Bluthochdruck, Herzrasen
  • (Ein-)Schlafstörungen
  • Potenz-/Libidoverlust
  • starke Gewichtszunahme oder -abnahme

Psychische Burnout-Symptome

  • fehlendes Selbstvertrauen
  • Unsicherheit, Selbstzweifel
  • Angst-/Panikattacken
  • gedämpfte Gefühle
  • Verlust der Lebensfreude
  • Stressanfälligkeit
  • Hilflosigkeit/Ohnmachtsgefühl
  • Depressionen
Burnout vorbeugen

 

Burnout vorbeugen: 7 Tipps zur Prävention

 
Der Schlüssel zur Prävention von Burnout ist eine ganzheitliche, ausgeglichene und gesunde Lebensführung. Vereinfacht gesagt: Je größer der Stress und die Anforderungen im (beruflichen) Alltag sind, desto wichtiger ist es, in der Freizeit für einen gesunden Ausgleich zu sorgen. Lernen Sie, Burnout vorzubeugen – mit unseren 7 Tipps zur Prävention:
  • Sich selbst wahrnehmen: Was ist Ihnen wichtig im Leben? Welche Wünsche und Ziele haben Sie? Nehmen Sie sich regelmäßig die Zeit und denken Sie über die wichtigsten Lebensfragen nach. Auf diese Weise führen Sie sich selbst immer wieder vor Augen: Es ist Ihr Leben und Ihre persönlichen Bedürfnisse sind es, die in Ihrem Leben zählen – unabhängig von irgendwelchen Verpflichtungen.
     
  • Stressbewältigung großschreiben: In manchen Lebensphasen ist es stressiger als in anderen. Vor allem immer dann, wenn eine wichtige Veränderung ansteht, nimmt der Druck zu. Das kann zum Beispiel der Studienbeginn, eine Beförderung oder auch das Mutter-Werden sein. In Lebenslagen, in denen der Stress und die Anforderungen hoch sind, sollten Sie das nicht einfach hinnehmen, sondern sich bewusst um die Stressbewältigung kümmern. Beispielsweise in Form von Autogenem Training, Progressiver Muskelentspannung oder Meditation.
     
  • Stress-Tagebuch schreiben: In welchen Situationen fiel es Ihnen schwer, die Nerven zu behalten? Was hat Sie aufgewühlt, was hat Sie bewegt? Schreiben Sie Tagebuch und notieren Sie alles, was Ihnen wichtig erscheint. Das hilft Ihnen, das eigene Denken und Handeln besser zu verstehen – und letztlich Stress- und Risikofaktoren für Burnout frühzeitig zu erkennen.
     
  • Soziale Kontakte pflegen: Ganz gleich, wie sehr Sie eingespannt sind und wie viel Sie zu tun haben – nehmen Sie sich in regelmäßigen Abständen Zeit für Ihre Familie und Ihre Freunde. Das muss nicht immer in Form einer Verabredung sein, auch ein Telefonat mit der besten Freundin kann helfen, wenn Sie das Bedürfnis haben, sich auszutauschen und vielleicht auch mal Dampf abzulassen.
     
  • Selbstakzeptanz fördern und stärken: Die perfekte Mutter, die Top-Managerin: Von Burnout sind häufig Menschen betroffen, die ihren Selbstwert aus einer bestimmten Rolle ziehen. Umso wichtiger ist es, wenn Sie Burnout vorbeugen wollen, dass Sie neben Ihrem Beruf oder Ihrem Mutter-Dasein noch in weitere Rollen schlüpfen und sich dadurch frei von Erfolgs- und Leistungsdruck machen. Konkret heißt das: Wenn Sie bisher nur für Ihre Arbeit gelebt haben, sollten Sie nun Ihren Blick öffnen und sich z. B. ein Hobby oder eine Sportart suchen, die Sie ebenso erfüllt. Wer bislang nur für seine Kinder gelebt hat, darf und sollte auch mal Aufgaben delegieren und sich wieder mehr um die eigenen Bedürfnisse kümmern – vielleicht wieder in Teilzeit arbeiten oder sich einem Herzensprojekt widmen.
     
  • Eine gesunde Lebensweise führen: Ein achtsames Leben und ein gesundes Gleichgewicht aus An- und Entspannung kann helfen, Burnout vorzubeugen. Dazu gehört, sich regelmäßig Zeit für sich zu nehmen und mal nur Dinge zu tun, die einem Spaß machen. Auch eine ausgewogene Ernährung und ein gesundes Maß an Sport und Bewegung sind wichtig.
     
  • Lernen, Nein zu sagen: Gehören Sie zu den Menschen, die es immer allen recht machen wollen? Das ist zwar löblich, darüber sollten Ihre eigenen Bedürfnisse aber nicht zu kurz kommen. Hin und wieder ist es nötig, Nein zu sagen – selbst, wenn es Ihnen schwerfällt. Natürlich sollten Sie nicht grundsätzlich jede Bitte eines Kollegen oder Freundes abschlagen, aber eben auch nicht zu allem Ja sagen. Es gibt so viele gute Gründe für ein Nein, und es gibt Wege, Neinsagen zu lernen. Erlauben Sie sich selbst öfter mal ein Nein – für ein selbstbestimmtes, glückliches Leben.
 

Welche Burnout-Behandlungen gibt es?

 
Diese Frage lässt sich so pauschal nicht beantworten. Art und Dauer einer Therapie hängen immer von den individuellen Begleitumständen des Betroffenen ab. Eine Burnout-Behandlung ist eigens auf den Betroffenen und dessen Leidensweg abgestimmt. Neben kognitiver Verhaltenstherapie, Krisenintervention und Gruppentherapie kommt in manchen Fällen auch die Beigabe von Medikamenten hinzu.

Burnout ist eine ernst zu nehmende Erkrankungen, und als solche sollte es behandelt werden. Ebenso, wie Sie bei einer Grippe oder einer Sportverletzung zum Arzt gehen würden, sollten Sie sich auch bei den ersten Burnout-Anzeichen um professionelle Hilfe bemühen und Ihre Selbstheilungskräfte stärken. Sprechen Sie mit Ihrem Hausarzt, suchen Sie eine Beratungsstelle auf oder vereinbaren Sie einen Termin bei einem Therapeuten oder Psychologen. Dort bekommen Sie die Hilfe, die Sie brauchen, um aktiv gegen ein Burnout vorzugehen.
 

Burnout im Überblick

 
  • Symptome: emotionale und körperliche Erschöpfung; Gefühl, mangelnder Anerkennung; Rückzug aus dem Sozialleben; Distanziertheit; Abstumpfung
     
  • Ursachen: hausgemachter Stress oder Druck von außen, übersteigerter Ehrgeiz, Idealismus, starker Wunsch nach Anerkennung, fehlender Rückhalt im Privatleben
     
  • Prävention: Wahrnehmen der eigenen Bedürfnisse, Stressmanagement, Pflegen der sozialen Kontakte, Bestätigung in sich selbst suchen, Abstecken persönlicher Ziele
     
  • Behandlung: kognitive Verhaltenstherapie, Krisenintervention, Gruppentherapie
     
  • Prognose: bei frühzeitiger Erkennungsehr gute Heilungschancen
Wer hat sich nicht schon einmal vorgenommen, sich weniger stressen zu lassen und mehr auf sich selbst zu achten. Der steigenden Leistungsdruck der heutigen Gesellschaft macht es aber zunehmend schwerer, diesen guten Vorsatz in die Tat umzusetzen. Wenn die Pflicht ruft, können Stress und Hektik ganz schnell überhandnehmen – dann ist es meist nur noch ein kleiner Schritt bis zum Burnout. Doch es gibt Mittel und Wege, Burnout vorzubeugen.

Tanken Sie regelmäßig Energie für Körper und Seele und tun Sie Dinge, weil sie Ihnen Freude bereiten, nicht nur, weil Sie es müssen. Halten Sie an Ihren Wünschen und Zielen fest, widmen Sie sich Ihren persönlichen Bedürfnissen. Das kann Ihnen dabei helfen, Spannungen in Ihrem Leben aufzulösen und innerlich zur Ruhe zu kommen. So entsteht ein Burnout gar nichts erst.
 
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