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Das Arthur Findlay College

Michelle Schopen besuchte Englands renommierte Geisterschule während einer "German Week".


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Das Arthur Findlay College - ein Erfahrungsbericht


 
Samstag, 08:00 Uhr  
Das Arthur Findlay College (Stansted Hall)

Das Arthur Findlay College (Stansted Hall)

"Wir nennen es das Spukschloss", sagt der Taxifahrer, der mich die sechs Meilen vom Flughafen Stansted zum Arthur Findlay College, Englands international bekannter Spiritistenakademie, bringt. Gerade biegen wir in die Auffahrt ein, ein schmaler, geteerter Weg, rechts gesäumt von grünen Wiesen und herrlichen alten Bäumen, links ragt nach mehreren Nebengebäuden sehr imposant ein verwinkelter, neugotischer Bau aus rotem Backstein und unzähligen Schornsteinen empor: Stansted Hall, das britische Herrenhaus, welches das Arthur Findlay College beherbergt.

"Ich hoffe, ich begegne so schnell keinem Geist hier", bemerke ich, halb scherzend.
"Und selbst wenn", meint der Taxifahrer: "Er kann Ihnen nichts tun."
"Er kann mich erschrecken."
"Aber wirklich Schaden zufügen kann er Ihnen nicht. Er hat ja keinen Körper!"

Ich beuge mich seiner bestechenden Logik und nicke zustimmend. In der Tat, wir sind in England, dem Land, in dem selbst Taxifahrer über Übernatürliches sprechen, als wäre es so alltäglich wie das Wetter.
An der Rezeption holt mich erst mal die raue Wirklichkeit ein, denn ich muss noch mehrere Stunden warten, bis die Zimmer bezugsfertig sind. Ich nutze die Zeit, um mir einen ersten Eindruck vom College zu verschaffen.

Allein die Rezeption ist schon beeindruckend. Sie ist holzgetäfelt, hoch über ihr an der Wand thront ein Portrait Arthur Findlays. Das Haus blickt auf eine bewegte Geschichte zurück, bevor es zur Geisterschule umfunktioniert wurde. In den schweren, kostbar aussehenden alten Möbeln um die Rezeption herum räkeln sich stilecht zwei schwarze Katzen und beobachten die tröpfchenweise eintreffenden deutschen (und die ebenso tröpfchenweise abreisenden englischen) Gäste. Samstag ist großer An- und Abreisetag. Eine Engländerin, mit ihrem Koffer auf dem Weg nach draußen, strahlt mich zur Begrüssung an: "Sind Sie das erste Mal hier? Es ist wundervoll! Sie werden es lieben!" Nun, wir werden sehen. Für die Wartezeit darf ich meinen Koffer in der großen Halle unterstellen.

Als ich die Tür öffne, bin ich unsterblich verliebt: Das ist nicht einfach eine große Halle, das ist dunkle, polierte Holztäfelung, cremefarbene Stuckdecken, edle Teppiche und Bilder mit englischen Landschaften an den Wänden, Sessel und Chaiselongues mit rot-goldenen Brokatbezügen und Türrahmen aus dunklem, kunstvoll geschnitztem Holz. Eine Herrenhaus-Halle von einer entspannten Erhabenheit, wie man sie aus Hollywoodfilmen kennt oder sie sich vorstellt, wenn man Emily Bronte und Jane Austen liest.

 
17:00 Uhr  
Das

Das "Sanctuary"

Ich habe eingecheckt, das Zweibettzimmer bezogen und meine Mitbewohnerin kennengelernt. Nun suche ich meinen Weg durch die weiträumige Anlage zum Sanctuary (dt. "Heiligtum"), einem großen Raum im Stil einer modernen Kapelle, der schon bald bis auf den letzten Platz gefüllt ist.

Auf den Stühlen um mich herum sitzen Deutsche aller Altersklassen, von 25 aufwärts bis 70 Jahre, wobei die Altersgruppe der 40 bis 60jährigen überwiegt. Der Männeranteil liegt bei etwa 30 Prozent. Insgesamt sind wohl 100 Deutsche zum German Course 2 angereist, um mit Hilfe von englischen Medien und deren deutschen Dolmetschern den Kontakt zur Geistigen Welt kennenzulernen, zu üben oder zu verfeinern.
Nach der Begrüssung wird uns der Stundenplan für die Woche ausgehändigt und mir schwant: Hier wartet kein Urlaub in stilvoller Umgebung, sondern eine Woche harter Arbeit auf mich. Die Teilnahme an allen Veranstaltungen ist zwar freiwillig, aber wer hier was lernen will, der macht natürlich mit.

Der Stundenplan sieht für die meisten Tage Folgendes vor:
08:00 Frühstück - 09:00 Meditation
10:00 Vortrag - 11:30 Gruppenarbeit
13:00 Mittagessen - 14:30 Gruppenarbeit
16:30 Vortrag - 18:00 Abendessen
19:30 Service oder Public Demonstration
21:00 Feierabend - Uff.

 
Sonntag, 09:00 Uhr  
Ein Seminarraum im Arthur Findlay College

Ein Seminarraum im Arthur Findlay College

Wenig ausgeschlafen starte ich mit einer Meditation in die Woche. Meditation, so erfahre ich gleich, ist eine wichtige Voraussetzung für die erfolgreiche Kommunikation mit der geistigen Welt, da sie die persönliche Schwingung erhöht.
Nach dem Frühstück geht es weiter mit einem Vortrag: Dort wird uns der Unterschied zwischen übersinnlicher Wahrnehmung und Medialität erklärt.

Ich erfahre: Bei übersinnlicher Wahrnehmung liest man in der Aura, also dem Energiefeld des Menschen. Ein Medium hingegen fungiert als reiner Kanal, empfängt Informationen aus der geistigen Welt in Form von Bildern, Gefühlen, Worten, Körperempfindungen und gibt diese an den Empfänger weiter. Soweit die Theorie. In der Praxis sieht das manchmal anders aus, wie wir in der nachfolgenden Gruppenarbeit herausfinden: Noch am ersten Abend sind alle Teilnehmer der German Week den fünf Tutoren zugeteilt worden.

Berater wählen

In diesen 15 bis 20 Mann starken Gruppen werden wir die ganze Woche unter Anleitung unserer jeweiligen Tutorin in wunderschönen Lehrräumen praktisch an unserer übersinnlichen Wahrnehmung und unserer Fähigkeit, Kontakte mit der spirituellen Welt herzustellen, arbeiten. Ich bin in Angies Gruppe, und wir beginnen heute ganz behutsam mit der Durchführung verschiedener, unsere Inutition schulender Übungen. Nach Vortrag und Abendessen gibt es im Sanctuary einen "Service". Zuerst denke ich, ich habe das Wort falsch verstanden, doch es handelt sich tatsächlich um einen "Gottesdienst", denn die Veranstaltung beginnt mit einem gemeinsamen Gebet.
Als nächstes erfahren wir die sieben Prinzipien der SNU, der Spiritistischen Gesellschaft, die das Arthur Findlay College betreibt. Ich bin zunächst wenig begeistert, dass sich hier Unterricht mit Religion verquickt, stelle aber zu meiner Beruhigung fest, dass es sich um eine sehr tolerante Religionsform ohne jeglichen missionarischen Eifer handelt, die sich vor allem eines auf die Fahnen geschrieben hat: den Kontakt mit der geistigen Welt zu praktizieren. Dementsprechend ist ein "Gottesdienst" im Verständnis der SNU vor allem eines: die öffentliche Vorführung von medialer Arbeit.
Und so stellen im Laufe der Zeremonie alle lehrenden Medien mehr oder weniger eindrucksvoll ihr Können unter Beweis. Die Trefferhäufigkeit der Informationen aus der geistigen Welt, die wir dabei geliefert bekommen, ist bemerkenswert, doch ich bleibe skeptisch: Kann man sich da auf der Bühne vieles nicht auch mit ein bißchen gesundem Menschenverstand zusammenreimen? Warten wir es ab…

 
Montag, 10:00 Uhr  
Die große Halle (The Great Hall) im Arthur Findlay College

Die große Halle (The Great Hall) im Arthur Findlay College

Ich habe eine unruhige Nacht verbracht und diagnostiziere akuten Geister-Overkill. Es ist schon eine gewaltige Umstellung, aus dem alltäglichen Leben in Deutschland heraus plötzlich 48 Stunden am Stück mit der geistigen Welt konfrontiert zu werden. Die Nachtzeit muss in die Rechnung mit einfließen, denn natürlich ist klar, dass es in einem solchen Gemäuer spukt!
Ich habe schon während des Essens und abends beim gemütlichen Zusammensitzen Geschichten darüber gehört, wie einige Kursteilnehmer oder Medien den Geistern, die sie tagsüber riefen, Nachts auch persönlich begegneten. Mir steht da nicht unbedingt der Sinn nach, ebensowenig meiner Zimmergenossin und einer Reihe anderer Teilnehmer. Eine dementsprechende Mutprobe ist der nächtliche Gang zu den Toiletten, die sich außerhalb der Zimmer in den endlosen Fluren des Anwesens befinden. War da nicht ein Schatten an der Wand, eine schemenhafte Gestalt, ein seltsames Geräusch?
Ich merke deutlich: Wenn man den ganzen Tag über oder mit Geistern kommuniziert und zudem einigermaßen phantasievoll veranlagt ist, kann man nachts manchmal schwer den Aus-Knopf finden. Vor allem in einem großen, alten Herrenhaus wie diesem, mit alten, teilweise unheimlichen Gemälden an den Wänden - und natürlich der Museumswand, die nachts für einige die größte Mutprobe darstellt.

Doch auf die Nacht folgt der Tag, und Medium Margaret Falconer, die Leiterin der German Week, erklärt uns im Vortrag, wie eine mediale Sitzung idealerweise ablaufen sollte: Zuerst beginnt man mit dem Kontakt zur geistigen Welt, sodann geht es darum, den Beweis zu erbringen, dass es sich bei dem Geist, mit dem man kommuniziert, auch wirklich um jemanden handelt, den die Person vor mir erkennt.
Wenn diese Hürde erfolgreich überwunden ist, wird die Botschaft des Geistes erfragt. Diese übermittelt man, um abschließend alle Informationen sinnbringend zusammenzufassen und die Kontaktaufnahme zu beenden. Das Herzstück bei einer solchen Sitzung, so lernen wir, ist immer die Beweisführung.
Ein gutes Medium bringt dem Sitter so eindeutige Merkmale und Informationen zu der Person aus der geistigen Welt, dass sie tatsächlich als Tante, Opa oder verstorbener Freund identifiziert werden kann.

In den Pausen zwischen dem Unterricht mache ich vor allem eines: in der großen Halle auf der Chaiselounge rechts am Fenster sitzen, das langsame Ticken der alten Uhr hinter mir und vor mir eine phänomenale Aussicht in den sturmumtosten Park.
An diesem Abend, als ich mich mit einigen Kursteilnehmern in der großen Halle unterhalte, fällt zum ersten Mal die Erschöpfung der ersten zwei Tage von mir ab. Ich bin angekommen, habe mich in den Tagesrhythmus eingefunden und lerne nette Leute kennen. Zusätzlich erfahre ich etwas über "Orbs", zu Deutsch "Geisterlichter", jene runden, hellen Refklektionen, die manchmal auf einem Foto auftauchen und die viele als Beweis für die Anwesenheit von Geistern ansehen.

Eine Mitstreiterin, die, wie so viele hier, jedes Jahr zur German Week wiederkommt, erzählt mir, dass sie eines Nachts herunter in die große Halle gegangen ist, um Orbs zu fotografieren. Allerdings ist sie dabei dem Nachtportier begegnet, der laut losschrie, als er ihre Gestalt im Nachthemd die große Treppe herabwandeln sah. "Ich arbeite schon so lange hier", soll er gesagt haben: "Aber noch nie habe ich mich so erschreckt!"
Und trotz oder eben wegen dieser eigensinnigen Mischung aus Grusel und ernsthafter, geradezu bodenständiger Kontaktaufnahme mit der geistigen Welt, ist mir eines klar: Nach drei Tagen im Arthur Findlay College stellt sich die Frage nicht mehr, ob es Geister gibt oder nicht. Die Frage lautet vielmehr: Wie weit will man sich auf sie einlassen?

Im 2. Teil erfahren Sie mehr über das nächtliche Treiben auf Stansted Hall, was es mit der Museumswand auf sich hat und ob es der Autorin gelingt, mit Geistern zu sprechen.

 
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Zur Autorin

Michelle Schopen

MICHELLE SCHOPEN ist Gründungsmitglied des Tarot e.V. und leitet die Tarotschule Rhein-Erft bei Köln. Als Autorin schreibt sie seit vielen Jahren Artikel über Tarot, Okkultismus und Heidentum und hat intensiv an der Entstehung und Deutung des Akron-Tarots mitgewirkt. Nähere Infos über Ihre Arbeit finden Sie auf www.tarotschulung.de

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