Das Orakel von Delphi – Kultstätte mit weitreichendem Mythos

Das Orakel von Delphi

Bauwerke und schriftliche Überlieferungen haben ein lebendiges Bild des antiken Griechenlands hinterlassen. Zu den Überlieferungen gehört auch die Geschichte des Orakels von Delphi.


Das Orakel von Delphi – Kultstätte mit weitreichendem Mythos


 

Bauwerke und schriftliche Überlieferungen haben ein lebendiges Bild des antiken Griechenlands hinterlassen. Zu den Überlieferungen gehört auch die Geschichte des Orakels von Delphi.

 

Allmonatlich pilgerten Menschen zur Kult- und Weissagungsstätte in der Region Phokis, um den Weissagungen der Phytia, einer weissagenden Frau, zu lauschen. Der Begriff Orakel umschreibt eine Weissagung, bei der mittels ritueller Handlungen ein Medium befähigt wird, Voraussagen für die Zukunft zu tätigen.

 

 

So entstand der Mythos um das Orakel von Delphi

 

Um die Entstehung des Orakels der griechischen Antike in der Stadt Delphi rankt sich eine mythische Überlieferung. Danach entsandte der Göttervater Zeus, der griechische Hauptgott, zwei Adler jeweils von den Enden der Welt. Da sie sich in Delphi trafen, wurde diese Stadt als Mittelpunkt der Erde bezeichnet.

 

Die Göttin Gaia, die als Mutter der Erde verehrt wurde, gebar die Schlange Python, die in die Zukunft sehen konnte und in Pythos lebte, das später in Delphi umbenannt wurde. Zeus’ Gemahlin Hera erhielt die Weissagung, dass ihre Rivalin Leto Zwillinge von besonderen Kräften erwartete. Sie wollte Leto daher durch die Schlange Phyton töten lassen, was jedoch misslang. Einer der Zwillinge war Apollon, der schließlich Python tötete. Die hellseherischen Kräfte der Schlange übertrugen sich aber mit deren Blut auf den Boden. Auf diesem Boden wurde das Orakel von Delphi errichtet. Anfangs war die Kultstätte der Gaia gewidmet. Später stand die Kultstätte unter dem Schutz des Gottes Apollon. Ihm wurde dort ein Tempel errichtet. Um die Hellseherkräfte des Schlangenblutes zum Leben zu erwecken wurde jeweils eine Jungfrau als Medium, die Pythia, ausgewählt, die an der Stätte ihre Orakelsprüche, geheimnisvoll verschleierte Weissagungen, mitteilten.

 

Spirituelle Beratung

 

Der Ritus an der Orakelstätte

 

Das Orakel sprach jeweils am 7. Tag in jedem Monat, ausgenommen von drei Monaten während des Winters. Das Ritual, in dessen Verlauf die Pythia sprechen sollte, wurde von Priestern geleitet.

  • Wird das Orakel sprechen? Ziegenritus (zitterte das mit Kaltwasser besprengte Opfertier, sprach das Orakel, blieb es ruhig, schwieg das Orakel)
  • Schlachten des Opfertiers, der Ziege
  • Opferfeuer
  • Waschung des Mediums
  • Trinken heiligen Wassers durch das Medium
  • Einatmung heiliger Dämpfe, die das Medium in Trance versetzten

Aus einer Felsspalte, so die Überlieferungen, stiegen Dämpfe mit besonderen Kräften auf. Lange Zeit wurden diese Dämpfe für einen Mythos gehalten, bis Wissenschaftler feststellten, dass wirklich Ethylen hier austrat, ein Gemisch, das lange Zeit für Narkosen verwendet wurde. Zum Ritus gehörten

  • der Dreifuß,
  • Lorbeer,
  • das Wasser des Kastaliabrunnens.

In dem Wasser badete die entkleidete Pythia und trank das heilige Wasser. Dann setzte sie sich auf den Dreifuß und atmete die Dämpfe über der Felsspalte ein. In diesem Rauschzustand verkündete die Pythia ihre Weissagungen. Die Orakelsprüche wurden dann für die Zukunft gedeutet. Sie wurden für unbedingt wahrhaftig gehalten, jedoch erlaubte die Auslegung der Orakelsprüche oft unterschiedliche Deutungen. Der Sohn von Kaiser Theodosius, Arkadios, ließ schließlich die Orakelstätte zu Delphi abreißen. Heute erinnern daran die Ruinen, die zum Weltkulturerbe der UNESCO gehören.

 

 

Orakel in der Moderne – Kulturelle und religiöse Besonderheiten

 

Die Geschichte des Orakels von Delphi gründet sich auf die griechische Mythologie. Allerdings verwendeten auch sehr viele andere Religionen und Naturreligionen Orakel der verschiedensten Art. Bestimmte Formen des Orakels werden auch noch heute für einen Blick in die Zukunft genutzt. Das Besondere bei der Befragung eines Orakel ist, dass ein Medium oder Gegenstände und Bilder als Mittler zum Kontakt zu einer höheren Instanz, bzw. als Mittel zum Blick in die Zukunft genutzt werden. Das geschieht zum Beispiel beim Kartenlegen, auch beim Wahrsagen mithilfe einer Kugel oder der Deutung von verschiedenen Formen.

 

 

Natürliche Orakel als Grundlage für hellseherische Deutungen

 

Naturvölker nutzten zum Orakeln Steine, Muscheln, Hölzer und Pflanzen. Formen des Orakels sind auch das Bleigießen oder das Lesen aus dem Kaffeesatz, wobei dieser heute eher zur Unterhaltung betrieben werden. Das Orakeln unterscheidet sich vom Hellsehen, indem beim Orakel Mittler benutzt werden, wogegen das Hellsehen die Fähigkeit einer bestimmten Person ist. Orakel werden nach wie vor weltweit eingesetzt, um die Zukunft von einzelnen Personen, Gruppen vorherzusehen oder Geschehnisse der Zukunft mitzuteilen.

 

In der modernen Esoterik werden die unterschiedlichsten Orakel genutzt. Dazu gehören neben dem Kartenlegen und dem Ziehen von Karten auch Würfel, Teller, Farben, verschieden geformte Gegenstände. Das Orakel von Delphi war also nur eines von vielen Orakeln, die es in den verschiedensten Kulturen der ganzen Welt gab. Die Geschichte des Orakels von Delphi erlangte jedoch besondere Berühmtheit, da die griechische Antike heute in so gut erhaltener Weise vorliegt und die Kultstätte so berühmt war.

 

 

Ein Besuch der Kultstätte von Delphi bleibt lohnenswert

 

Das Orakel von Delphi ist das berühmteste europäische Orakel. Für Weissagungen hat das Orakel heute keine Bedeutung mehr, die Ausgrabungsstätte ist allerdings eine einzigartige Sehenswürdigkeit. Abgesehen von diesem Aspekt wird die einstige Kultstätte auch gegenwärtig noch von vielen Menschen aufgesucht, um sich von der einzigartigen Aura an diesem besonderen Ort in ihren Bann ziehen zu lassen.

 
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19.11.2017, 06:07 MEZ
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