Lebensfreude

Der Weg zum Glück - Teil 2

Wir möchten alle unser Glück finden. Tipps und Tricks auf dem Weg dahin erfahren Sie im Artikel von Marlene Auer.


Streben nach Glück - Teil 2

 

Unverhofft kommt oft

 

»Es passieren immer wieder Dinge, die wir nicht geplant oder die wir uns anders vorgestellt haben«, ergänzt der deutsche Philosoph Michael Hampe. Und das ist für den Experten unser größtes Glück. Eine natürliche Formel für Zufriedenheit gibt es laut ihm nicht. Wir können unser Glück nicht fixieren oder krampfhaft in die Höhe treiben. Aber: Wir können hineinstolpern und den Moment genießen. Basis dafür ist, sein Leben gut zu führen – nach den eigenen Vorstellungen und im Bewusstsein dessen, was einem gut tut. Aber das ist noch nicht alles. Wahres Glück«, führt der Experte weiter aus, »kann nicht nur aus der Jagd nach vergänglichen Lustmomenten bestehen.«
Es sei vielmehr die Befreiung von inneren Abhängigkeiten und dem dauerhaften Eintauchen in die Gegenwart in ihrer Gesamtheit. Hampe: »Glück ist eine individuelle Erfahrung und vielstimmig.« Außerdem müsse man »in Situationen geraten, in denen man unglücklich ist, um nach dem Glück streben zu können.« Nur so könne man die Erfahrung richtig (ein)schätzen. »Die Anerkennung von Differenzen ist Grundvoraussetzung des Glücks«, betont Hampe. »Die Unfähigkeit, sie zu akzeptieren, ist der erste Schritt ins Unglück.«
 

 

Glücklich allein ist die Seele, die liebt

 

Das sagte bereits Johann Wolfgang von Goethe.
Und tatsächlich: Auch wenn Reichtum und Erfolg heute als Glücksquellen empfunden werden, so erfüllen sie uns nicht vollkommen. Nur rund zehn Prozent des Glücksniveaus hängen von Umständen ab – nämlich ob wir arm oder reich, dick oder dünn, hübsch oder hässlich, Fliesenleger oder Firmenchef, ledig oder verheiratet sind. Die wahren Werte sind ganz andere: Liebe, Respekt, Treue und Freundschaft. Fachleute sind sich einig: Deshalb ist es auch so wichtig, dass schon Babys geherzt werden. Denn das Glücksempfinden beginnt von Kindesbeinen an, sich zu entwickeln.
Warum? Liebevolle Zuneigung aktiviert jene Gehirnpartien, die Zentrum für die Ausschüttung von Glückshormonen sind. So wird eine bestimmte Neurosignatur geschaffen, die den Menschen als Basis für Glücksempfinden durchs Leben begleitet. Sie kann im Laufe der Jahre durch Verschiedenes ausgelöst werden. Was das ist, ist individuell.
 

 

Die Tricks des »psychischen Immunsystems«

 

Beziehungen zu verschiedenen Menschen sind also wichtig für unser persönliches Glück. Wer sagt, er sei Eremit und glücklich ohne soziale Kontakte, der schöpft nicht alles aus. Denn: »Auch wenn es mal nicht so rund läuft in einer Freund- oder Partnerschaft und es zum Streit kommt, tun uns Menschen gut«, sagt Glücksforscher Daniel Gilbert. »Wir Menschen verfügen nämlich über ein Phänomen, das ich psychisches Immunsystem nenne.« Es bedeutet, dass wir Zustände gerne schön reden. So lange, bis wir es schließlich selbst glauben. »Wir wissen aus Studien«, so der Experte weiter, »dass ein eindrucksvoller Moment unsere Erinnerungen an unangenehme Erlebnisse des Tages einfach aus dem Gedächtnis löscht.«
 

 

Auch Eltern im Zwiespalt

 

Diese Theorie des Forschers lässt sich auf den Nachwuchs umlegen. »Kinder sind wie Heroin«, sagt Gilbert. Sie beschweren den Alltag des Paares, weil sie viel Aufmerksamkeit benötigen. Wie kann es dann sein, dass die meisten Eltern ihre Kleinen als das größte Glück auf Erden empfinden? »Ganz einfach«, meint der Glücksforscher, der übrigens selbst Familie hat. »Alles, was dem Paar in der Zweisamkeit früher Spaß gemacht hat, verschwindet. Kinder sind ein großer Quellder Freude – aber sie werden zum einzigen, weil sie so viel Zeit in Anspruch nehmen.« So gesehen ist es vollkommen nachvollziehbar, dass Eltern in ihre Kleinen vernarrt sind – und das ist auch gut so! »Ich bin selbst Vater und Großvater und spiele sehr gerne mit meiner Enkelin«, schmunzelt Daniel Gilbert.
 

 

Mit Lachen auf der Zielgerade

 

Glück ist also ein individuelles Gefühl und für jeden anders. Es gibt keine einheitliche Formel, die errechnet, wann und wodurch Glück entsteht. Ein Tipp gilt aber für alle: Lachen! Die Medizin bestätigt: Dabei kommt es zur Ausschüttung von Glückshormonen. Humor und Gelassenheit ist erlernbar – zum Beispiel in speziellen Lachyoga-Seminaren. Dort lernt man, sich richtig fallen zu lassen. Lachmuskeltrainerin Monika Müksch aus Wien weiß:
»Deshalb darf man ruhig auch mal schlechte Laune haben. Man sollte aber eigene Strategien entwickeln, schnell wieder fröhlich zu werden.« Laut ihr solle man dem Rat der Zen- Mönche folgen, die sagen »Ich entscheide mich täglich neu dafür, glücklich zu sein.« Denn auch wenn es keine Berechnung für unser Glück gibt und wir mit unserem großartigen Planungs-Gehirn nicht sicher in die Zukunft schreiten können, weil es bei Zweifeln und Unsicherheiten sofort Alarm schreit, so erlaubt es uns wenigstens zu verstehen, was uns derart ins Stolpern bringt. Und so kann man auch in einem Satz beschreiben, wie man bemerkt, dass man glücklich ist: Wenn man möchte, dass das Leben so weitergeht, wie es gerade eben ist.
 

>> Zum 1. Teil

 
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23.11.2017, 06:35 MEZ
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