Resilienz

Resilienz stärken – Krisen meistern

Resilienz – die geistige Widerstandsfähigkeit – ist erlernbar. Prägende Situationen im Leben können sie nachhaltig stärken!


Resilienz – die Fähigkeit, Krisen besser zu meistern

 

Resilienz ist die psychische Widerstandsfähigkeit, Lebenskrisen durch den Rückgriff auf eigene innere Ressourcen als Herausforderung anzunehmen und zu meistern.


Menschen mit hoher Resilienz überstehen Schicksalsschläge und traumatische Erfahrungen dank eines starken seelischen Immunsystems. Sie gehen aus Krisen und heftigen Rückschlägen im Leben stärker hervor und meistern sie ohne Folgen auf ihr Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein. In der Psychologie werden bestimmte Resilienzfaktoren bemessen, um die psychische Widerstandsfähigkeit zu kennzeichnen.

 

 

Die veränderte Definition von Resilienz bei Erwachsenen und Kindern

 

Zuerst wurde Resilienz bei Kindern festgestellt und definiert. Es handelte sich um Kinder, die unter besonders harten Bedingungen aufwuchsen ohne davon bleibenden Schaden zu nehmen. Untersucht wurden Kinder, die unter Bedingungen großer Armut, in Flüchtlingsfamilien und ähnlich schwierigen Situationen aufwuchsen und dennoch im späteren Leben erfolgreich qualifizierte Berufe erlernten und ausübten. Bekannt sind die Arbeiten von Emmy Werner und Ruth Smith, zwei Psychologinnen aus den USA, die in 1970er und 1980er Jahren Resilienz bei einem Geburtenjahrgang auf der Insel Kauai/Hawaii untersuchten. Im Laufe der Zeit wandelte sich die Definition von Resilienz, indem festgestellt wurde, dass der Begriff nicht nur auf extreme Lebenssituationen in der Kindheit, sondern auf alle Lebenslagen anzuwenden ist.

 

Von Resilienz wird heute auch gesprochen, wenn Menschen besonders gut mit besonderen Berufsbelastungen und allgemeinen Lebenskrisen umgehen können. In der modernen Persönlichkeitspsychologie werden bestimmte Resilienzfaktoren gemessen. Als resilient gelten dabei Menschen, bei denen eines der drei am weitesten verbreiteten Big-Five-Persönlichkeitsprofile nachweisbar ist. Maßgeblich sind dabei ein niedriger Neurotizismuswert und etwas überdurchschnittliche Werte bei den übrigen Persönlichkeitsmerkmalen. Neurotizismus ist nach H.J. Eysenck eine Persönlichkeitseinordnung von stabil bis labil und ängstlich. Die übrigen Big-Five-Eigenschaften sind Verträglichkeit, Offenheit, Gewissenhaftigkeit, Extraversion (nach außen gerichtet, offen für das Umfeld).

 

Resilienzfaktoren, die Big Five:

  • N (Neurotizismus): schwach ausgeprägt = selbstsicher und ruhig
  • E (Extraversion): stark ausgeprägt = gesellig
  • O (Offenheit für neue Erfahrungen): stark ausgeprägt = erfinderisch und neugierig
  • C (Gewissenhaftigkeit): stark ausgeprägt = organisiert, effektiv handelnd
  • A (Verträglichkeit): stark ausgeprägt = einfühlsam, kooperativ, freundlich

Menschen mit Ausprägungen ihrer Persönlichkeit in diese Richtungen erweisen sich als psychisch besonders stabil und widerstandsfähig. Sie sind auch in kritischen Situationen fähig, Optimismus zu zeigen und zu verbreiten, sich neue Ziele zu setzen oder vormals gesetzte Ziele weiterhin anzustreben. Auf schwierige Situationen und einschneidende Krisen reagieren solche Menschen nicht mit Hilflosigkeit, Ratlosigkeit oder Fatalismus, sondern mit Kreativität, um die Lebenslage zu meistern.

 

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Der Einfluss von Charakter, Erziehung und sozialem Umfeld auf Resilienz

 

Einige Voraussetzungen für die Resilienz können durchaus angeboren sein. So wird bei manchen Säuglingen bereits festgestellt, dass sie empfänglicher für äußere Eindrücke, reaktionsfreudiger sind, öfter lächeln. Es kann davon ausgegangen werden, dass einige von grundlegenden Charaktermerkmalen durchaus schon genetisch angelegt sind. So können sich Kinder unter gleich schlechten oder gleich guten Bedingungen psychisch sehr unterschiedlich entwickeln. Dennoch besteht Resilienz nicht nur aus angeborenen Persönlichkeitsmerkmalen, sondern wird vorwiegend in der frühen Kindheit geprägt. Festgestellt wurde, dass einige Faktoren besonders die spätere Resilienz fördern:

  • Die feste emotionale Beziehung zu einer verlässlichen Bezugsperson oder mehreren Bezugspersonen
  • Unterstützung und Anleitung durch Eltern und andere Erzieher
  • Vorbild von Erziehungspersonen bei der Konfliktbewältigung
  • Akzeptanz der kindlichen Persönlichkeit
  • Positive Erfahrungen mit dem sozialen Umfeld, mit anderen Menschen

Hinderlich kann der Entwicklung der Resilienz bei Kindern sein, wenn Eltern die Kinder überbehüten, dadurch ständig übermäßige Ängste schüren, Kinder einschüchtern, Lob und Kritik falsch einsetzen. Selbstbewusstsein und Resilienz werden gefördert, wenn altersgemäße Herausforderungen gestellt werden, dem Kind Neugier und Entdeckung gestattet wird und es für Erfolge und Fortschritte bei der Erreichung altersgerechter Ziele gelobt wird. Zwar wird davon ausgegangen, dass die wichtigsten Grundlagen einer hohen psychischen Widerstandskraft im Laufe der ersten sechs Lebensjahre gelegt werden, jedoch können Menschen auch noch im späteren Verlauf des Lebens ihre Resilienz stärken und entwickeln. Selbstwertgefühl und die Fähigkeit Konflikte positiv zu lösen, können jederzeit entwickelt werden.

 

 

Resilienzfaktoren der Resilienzforschung – zwischen Psychologie und Soziologie

 

Mit der Resilienz beschäftigen heute sehr intensiv Psychologen und Soziologen. Für eine gute psychische Widerstandskraft haben Resilienzforscher folgende Resilienzfaktoren herausgearbeitet:

  • Eigenverantwortlichkeit, Annahme von Herausforderungen, nicht in der Opferrolle verharren
  • Selbstvertrauen
  • Fähigkeit zur Herstellung emotionaler und sozialer Bindungen
  • Problemerkenntnis und Orientierung auf Lösungswege
  • Gesunder Optimismus bei der Krisenbewältigung
  • Kraft aus positiver Krisenmeisterung in der Vergangenheit gewinnen

Als förderlich für die Resilienz werden dabei auch sportliche Aktivitäten, insbesondere Ausdauersport genannt.

 

 

Seelische Widerstandskraft fördern und das Immunsystem stärken

 

Der Körper des Menschen verfügt über ein wirksames Immunsystem. Es ist bekannt, dass das Immunsystem durch falsche Lebensweise und Ernährung, aber auch durch äußere schlechte Lebensbedingungen geschwächt werden kann. Ebenfalls bekannt sind die Möglichkeiten, das eigene Immunsystem zu stärken. Nicht nur der Körper, auch die Psyche hat ein Immunsystem, das ist die psychische Widerstandskraft gegen schädigende äußere Einflüsse, die Resilienz. Ein gewisses Maß an Resilienz hat jeder Mensch. Ob ein Mensch beim kleinsten Fehlschlag aufgibt und mit dem Schicksal hadert oder ob er sich weiter mit Optimismus für seine Ziele einsetzt, liegt in seiner Hand. Durch richtiges Verhalten, soziale Umgänglichkeit und Offenheit, durch Überwindung von Ängsten kann der Menschen lernen, Hürden im Leben besser zu nehmen.


Menschen, die frühzeitig gelernt haben, sich Ziele zu setzen und auf sie systematisch hinzuarbeiten, werden es mit der Verwirklichung leichter haben. Doch diese Hartnäckigkeit lässt sich während des ganzen Lebens lernen und stärken. Es gilt, Fehlschläge zu analysieren, eventuell neue Wege zu einem Ziel zu beschreiten und sich auf Zukünftiges zu orientieren, statt endlos an alten Rückschlägen zu leiden. Ein ängstlicher Mensch wird nicht von heute auf morgen Optimismus und eine hohe Resilienz entwickeln. Ein Mensch, der zu Eigenbrötelei und sozialem Rückzug neigt, wird nicht von einem Tag zum anderen mit großer Offenheit entgegentreten. Jedoch lässt sich an der Überwindung von Ängsten und an sozialer Isolation arbeiten. Notfalls kann dafür eine Therapie, psychologische Hilfe, ein vorhandenes hilfreiches Netzwerk in Anspruch genommen werden. Das Naturell eines Menschen wird sich gänzlich ins Gegenteil verkehren. Er wird wahrscheinlich weiter ein wenig ängstlich und eher zurückhaltend bleiben, kann seine Fähigkeit, das Leben positiv zu meistern jedoch durch erhöhtes Selbstvertrauen und einige Verhaltensänderungen erheblich stärken.

 

 

Kann sich Resilienz auch negativ auswirken?

 

Wer die Resilienzfaktoren aufmerksam gelesen hat, wird auf diese Frage mit einem klaren Nein antworten. Als wichtige Resilienzfaktoren gelten schließlich auch Einfühlsamkeit, Mitgefühl, Offenheit für das soziale Umfeld und das enge persönliche Umfeld. Soziale Kompetenz ist eine ganz wichtige Voraussetzung für die gelebte Resilienz. Diese Voraussetzung steht eigentlich der Gefahr entgegen, dass eine hohe Resilienz in rücksichtslosen Egoismus umschlagen kann. Es gibt Menschen, die ungeachtet aller Folgen für andere ihre Ziele durchsetzen und keinerlei Rücksicht darauf nehmen, dass sie damit bei anderen Menschen Leid verursachen. Dabei handelt es sich aber nicht um psychische Widerstandsfähigkeit, um echte Resilienz, sondern um rücksichtsloses Vorteils- und Machtstreben. Menschliche Resilienz ist immer eine Verbindung aus eigenem Optimismus und gesundem Selbstwertgefühl und der sozialen Komponente von Akzeptanz anderer und ihrer Bedürfnisse. Auch deshalb eignen sich solche Menschen zum Beispiel sehr gut für Führungspositionen, denn sie können die Verhältnismäßigkeit der Mittel zur Erreichung eigener Ziele einschätzen. Resilienz färbt auch auf das soziale Umfeld und Menschen der nächsten Umgebung positiv ab, da sie andere zum optimistischen Handeln anregt und Erfolge vorlebt.

 

 

Psychische Widerstandsfähigkeit im Laufe des Lebens trainieren

 

Resilienz ist die psychische Widerstandsfähigkeit zur Krisenbewältigung und Konfliktlösung. Die Resilienzfaktoren summieren sich aus angeborenen und erworbenen Fähigkeiten. Eine Stärkung der eigenen Resilienz lässt sich in jedem Lebensalter erreichen. Viele der bestimmenden Faktoren werden jedoch besonders vorteilhaft in der Kindheit gefördert. Ausgehend von der allgemeinen Beschreibung der Resilienz, welche die Fähigkeit eines Systems beschreibt, mit Veränderungen umgehen zu können, sind also vor allem prägende Situationen wichtig. Situationen, die einem Menschen das Lernen ermöglichen – das Training, mit möglichen Veränderungen im eigenen Leben besser umgehen zu können. Wer sich also freudigen Momenten und schwierigen Situationen gleichsam hingibt, stärkt mit der Zeit sein Maß an Resilienz. Ob als Kinder oder im Erwachsenenalter.

 
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