Körper, Seele, Geist

In der neuen Rubrik lesen Sie spannende Artikel und hilfreiche
Tipps, wie Sie Ihrem Körper, Ihrer Seele und auch Ihrem
Geist Gutes tun können.


Vom Chaos zur eigenen Mitte - Teil 2

 

Eine Figur, geritzt in Felsen, gezeichnet mit Farbe,
aufgehäuft mit Steinen.
Dieselben Linien, ausgeführt in verschiedenen
Epochen, von unterschiedlichsten Völkern rund um die Welt.
Woher stammt diese Form?


 

Weg zur Kontemplation

 

Ab 1190 entstehen die ersten Bodenlabyrinthe in französischen Kathedralen wie Sens oder Chartres. Die bald weithin berühmten Bilder werden auch »Chemins du Jérusalem« (»Jerusalemwege«) genannt: Kaum einem Gläubigen ist es zu jener Zeit möglich, nach   Jerusalem zu pilgern, zu gefährlich und teuer ist die Reise. Durch die Versenkung in eine Miniatur-Abbildung des Originals kann der Pilgerweg symbolisch in der Heimat nachvollzogen werden. Das vormals heidnische Symbol ist nun ein Sinnbild des Christentums: Theseus wird zu Jesus, der die Menschen auf den rechten Weg führt, an die Stelle des Minotaurus tritt der Teufel, den es zu besiegen gilt. Die Bilder waren kaum jemals groß genug, abgeschritten zu werden, sie dienten hauptsächlich der Kontemplation – denselben Zweck erfüllten im 18. und 19.. Jahrhundert Labyrinthe in Moscheen Nordpakistans.

In Südafrika bereiteten die Zulus ihre Jungen mittels eines Labyrinthspiels auf die Jagd und das Viehhüten vor. In buddhistischen Tempeln Chinas und Japans hingegen wurde zwischen dem 8. und dem 11. Jahrhundert eine spezielle Form der Zeitgebung angewandt: Als  Labyrinth aufgestreute Weihrauchwege dienten bei Zeremonien als Uhr. Hatte die Glut einen bestimmten Punkt erreicht, war es Zeit für den nächsten Abschnitt der Zeremonie. Nach wie vor ungeklärt ist das Auftreten des klassischen Musters bei Indianerstämmen im Südwesten Nordamerikas: Die Hopi erkennen im Labyrinth Vater Sonne, den Spender des Lebens – eine quadratische Abwandlung repräsentiert das Kind nach der Geburt in den Armen der Mutter.

 

Das Labyrinth als Spiel

 

Die europäischen Gartenlabyrinthe traten um das Jahr 1400 auf den Plan – als »Maisons dédalus« repräsentierten sie die höfische Minne. Später wird das Labyrinth zum Symbol für die Liebe im Allgemeinen, so zum Beispiel noch bis in die 1930er Jahre in Västergötland: Auf einem zugefrorenen See wird ein Schneelabyrinth angelegt, in dessen Mitte ein Mädchen steht – auf Schlittschuhen laufen nun junge Männer
um die Wette auf sie zu, um den »Preis« zu »gewinnen«
Also doch wieder Ariadne?
Die Faszination des Labyrinths ist auch nach Jahrtausenden ungebrochen. Noch immer ist ungeklärt, ob die Figur ausgehend von Kreta den Weg auf andere Kontinente gefunden hat – oder ob sie unabhängig davon mehrfach »erfunden« wurde. Die zahlreichen Mythen um das Labyrinth und seine weite Verbreitung beweisen, wie tief verwurzelt die Figur im Denken der Menschen ist: Als Glücksbringer ebenso wie als Erklärungsmodell einer Weltsicht. In einer einfachen, doch komplizierten Form vollzieht der Mensch den symbolischen Weg des Lebens, sei es im Tanz oder in meditativer Betrachtung:
In der Mitte trifft er auf sich selbst. Das Labyrinth ist ein archetypisches Symbol, verdichtet zur Essenz des Menschen:
Er muss sich verlieren, bevor er sich finden kann. 
 

Zum 1. Teil

 
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Zur Autorin

In diesem Bericht von Myrta Köhler beleuchtet sie näher die Herkunft  und die Bedeutung von Labyrinthen und setzt sich mit deren umgebenden Mythen auseinander.

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