Körper, Seele, Geist

In der neuen Rubrik lesen Sie spannende Artikel und hilfreiche
Tipps, wie Sie Ihrem Körper, Ihrer Seele und auch Ihrem
Geist Gutes tun können.


Vom Chaos zur eigenen Mitte - Teil 1

 

Eine Figur, geritzt in Felsen, gezeichnet mit Farbe,
aufgehäuft mit Steinen.
Dieselben Linien, ausgeführt in verschiedenen
Epochen, von unterschiedlichsten Völkern rund um die Welt.
Woher stammt diese Form?



Das älteste sicher datierbare Labyrinth befindet sich auf einer Tontafel aus dem Palast des Nestor in Pylos, ein mykenisches Zeugnis etwa aus dem Jahre 1200 v. Chr. Doch vieles lässt vermuten, dass das Labyrinth in der sagenumwobenen minoischen Kultur Kretas seinen Ursprung hat. Ein Hinweis darauf ist die Erzählung von Theseus, dem Königssohn aus Athen: Er dringt in das Labyrinth des Königs Minos ein und überwältigt den Minotaurus, das Zwitterwesen, halb Mensch und halb Stier. Von Ariadne, der Tochter des Minos, hat er zuvor einen  Faden erhalten, den er auf seinem Weg ins Labyrinth abrollt – mit seiner Hilfe gelangt Theseus wohlbehalten wieder heraus, und verlässt mit Ariadne die Insel Kreta …

Die Vorstellung vom Labyrinth als einer architektonischen Anlage findet sich in verschiedensten Regionen: Bereits Jericho soll als Labyrinth mit sieben Umgängen errichtet worden sein. Von der legendären indischen Stadt Scimangada wurden Pläne gefunden, welche die typischen Windungen abbilden, und Plinius bringt das Labyrinth in Zusammenhang mit den Verteidigungsanlagen Trojas. Dieser mythische Name verschmolz später mit dem Erbe nördlicher Kulturen: Als »Trojaburgen« werden heute vielfach die labyrinth-förmigen Steinsetzungen in Skandinavien, Deutschland, und England bezeichnet.

 

Ein Labyrinth mit Fingern gemalt

 

Ein anderer Brauch ist aus Rajasthan überliefert: Schwangere Frauen streuen Safran auf eine Metallplatte und zeichnen mit dem Finger ein Labyrinth hinein – dann spülen sie den Safran mit Wasser fort, um es anschließend zu trinken. Der Weg des Kindes aus dem Mutterschoß wird hier »vorgezeichnet«, die gewundenen Linien symbolisieren buchstäblich die Entwick(e)lung des Menschen. Im Gegensatz zum Irrgarten bietet das Labyrinth keine Wahlmöglichkeiten – es ist zwar ein verschlungener Pfad, doch man gelangt immer hinein und hinaus – vorausgesetzt, man geht den Weg bis zum Ende. Unter diesem Vorzeichen könnte man das Abenteuer des Theseus als Initiation eines jungen Mannes sehen, der »seinen Weg geht«. Im Inneren des Labyrinths wartet der Minotaurus: das eigene Ich, dem man sich stellen muss.

Der Tanz wäre somit ein Bild für diesen Prozess. Über die schutzmagische Funktion während der Geburt hinaus wird dem Labyrinth in vielen Kulturen eine allgemeine Schutzfunktion zugesprochen. Römische Labyrinth-Mosaike befinden sich häufig in der Nähe von Eingängen, und in Tamil Nadu, Indien, wird noch heute mit Reismehl die Kolam-Figur auf die Türstufe gezeichnet – sie soll böse Geister fernhalten. Skandinavische Fischer wiederum gingen bis ins 20. Jahrhundert Labyrinthe ab, um widrige Winde und Trolle hineinzulocken und einen guten Fang zu gewährleisten. Interessanterweise ist die Grundform des Labyrinths mit vierfachem Grundschema und sieben Umgängen bei nahezu allen Völkern identisch – zusätzlich entstanden allerdings unterschiedliche Variationen. Die römischen Fußboden-Mosaike  verwandelten die vormals klassische Kreisform in eine eckige Linienführung. Ab dem 9. Jahrhundert wurde das Otfrid-Labyrinth mit elf Umgängen populär, gleichzeitig wurden viele Labyrinthe als Achteck ausgeführt: Die Zahl Acht ist im Christentum das Symbol der Geburt.
 

Zum 2. Teil

 
weiter »

Zur Autorin

In diesem Bericht von Myrta Köhler beleuchtet sie näher die Herkunft  und die Bedeutung von Labyrinthen und setzt sich mit deren umgebenden Mythen auseinander.

kostenlos registrieren

Beratung nach Maß!

Die beliebten Questico Minutenpakete
  • Volle Kostenkontrolle
  • Freiminuten geschenkt
  • Gesprächslängen:
    15, 20, 30, 45 und 60 Minuten
Berater auf einen Blick
Zur mobilen Webseite /
23.10.2017, 20:58 MESZ
/
Top Links: Tarot & Kartenlegen / Hellsehen & Wahrsagen / Horoskope / Traumdeutung
© 2000 - 2017 Questico  814 / ac22 / 9

© für alle Kartenabbildungen Königsfurt Urania. Abbildung mit freundlicher Genehmigung durch Königsfurt Urania.
Registrierung für Neukunden / Login für KundenHilfe