Körper, Seele, Geist

In der neuen Rubrik lesen Sie spannende Artikel und hilfreiche
Tipps, wie Sie Ihrem Körper, Ihrer Seele und auch Ihrem
Geist Gutes tun können.


Wege aus der Depression - Teil 4

 

Pflaster für die Seele – Heilung

 

»Die Depression ist gleich einer Dame in Schwarz. Tritt sie auf, so weise sie nicht weg, sondern bitte sie als Gast zu Tisch und höre, was sie zu sagen hat«, soll der berühmte Schweizer Psychiater C. G. Jung einmal gesagt haben. Was Jung hier so treffend auf den Punkt bringt, ist nichts anderes als eine intensive Auseinandersetzung mit der eigenen Psyche. Eine Depression steht am Ende einer Kette aus beruflichem und privatem Stress, traumatischem Erleben, genetischer Veranlagung oder einer biologischen Stoffwechselstörung. Im Ergebnis haben eine oder auch mehrere dieser vielfältigen Ursachen einen Menschen krank gemacht. Doch was nun? Was tun, wenn eine depressive Erkrankung diagnostiziert wurde?
Der Dame in Schwarz aufmerksam zuhören, lautet die ebenso einfache wie richtige Antwort. Depressionen fallen nicht vom Himmel, sie treffen einen Menschen nicht einfach so, zufällig ohne Grund. Depressive Erkrankungen sind hausgemacht. Sie haben eine Vorgeschichte, die unserer individuellen Lebenswelt entspringt. Sie treten immer dann auf, wenn in unserem Leben irgendetwas nicht gerade läuft, wenn wir stolpern und vom Weg abgekommen sind. Von dem Weg, der für uns der Richtige ist, auf dem wir uns wohlfühlen. Und nicht von dem Weg, den andere für uns festlegen. Die Dame in Schwarz ist keine Zufallsbekanntschaft. Sie ist, und davon bin ich überzeugt, ein Warnsignal, das eigene Leben zu überdenken und vielleicht auch komplett umzukrempeln.
 

Spirituelle Beratung

Depressionen sind heilbar. Doch dazu muss man sie an der Wurzel packen. Diese zu erkennen und aufzuspüren ist ein mitunter langsamer und sehr schmerzhafter Prozess. Er erfordert enorm viel Kraft und vor allem Mut, Eigenschaften, die depressiven Menschen eigentlich verlorengegangen sind, aber die sie auf dem Weg zurück in ein normales Leben dringend brauchen.
Der Gang zum Psychotherapeuten ist die erste wichtige Etappe auf dieser anstrengenden Bergtour. Denn nur er bekommt die Wurzeln zu packen. Vorausgesetzt natürlich, man findet einen Therapeuten. Nach Angaben des Berufsverbands der Fachärzte für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie (BPM) erkranken rund 16,5 Millionen Deutsche jährlich an einer psychischen Erkrankung. Bei einem überwiegenden Teil handelt es sich hierbei um eine Depression. Demgegenüber stehen knapp 22.000 kassenärztlich zugelassene Psychotherapeuten. Die Folge: Die Betroffenen warten im Durchschnitt fast 3 Monate auf die notwendige therapeutische Hilfe. Mitunter wird diese Wartezeit zu einem Martyrium für alle Kranken. Vor allem die Depressiven. Denn – so sehr sie es auch möchten – sie können den Seelenqualen in den meisten Fällen nicht allein entrinnen. Auch lässt sich eine depressive Verstimmung nicht einfach ausblenden. Depressive haben einen wachen und klaren Verstand. Sie beobachten, was mit ihnen passiert, registrieren die seelischen und körperlichen Veränderungen. Und natürlich die Grenzen, die ihnen die Depression auferlegt. All das macht Angst. Noch dazu, wenn man dem Teufelskreis aus Traurigkeit, Grübelei, Hoffnungslosigkeit, Überforderung und Freudlosigkeit nicht aus eigener Kraft entrinnen kann.
 


Das Prinzip »Warteschlange« durchlaufen zu müssen, um einen Psychotherapieplatz zu ergattern, ist ein unzumutbarer Zustand. Die Verantwortlichen sollten sich einmal fragen, ob diese Politik dem Anstieg der psychischen Erkrankungen – und vor allem den leidenden Menschen – gerecht wird. Vielleicht wäre es besser, die Menschen durch mehr Therapeuten schneller behandeln zu lassen, als sie über Monate krank zu schreiben. Die volkswirtschaftlichen Einbußen wären damit mit Sicherheit weit weniger gravierend. Und einzig und allein um die Frage der Kosten geht es doch.
Doch bei allem politischen Geplänkel. Hat man die Wartezeit geschafft und die richtige Hilfe gefunden, wird es nochmal unbequem. Psychotherapie ist kein sonntäglicher Spaziergang. Der Aufstieg aus dem schwarzen Loch zurück ins Licht ist anstrengend. Welche Therapieform man auch immer wählt, am Anfang stehen die Fragen. Fragen, die einem noch nie jemand gestellt hat und die man sich selbst schon lange nicht mehr stellt. Schmerzhafte, unbequeme Fragen nach der eigenen Persönlichkeit, Privatem, dem Erlebten und natürlich nach den Problemen. Die Dame in Schwarz sitzt nun am Tisch und sie wird gerade in der Anfangszeit der Therapie viel zu erzählen haben. In sich hineinhorchen, tief im Innersten Verstecktes ans Licht befördern,eigene Denkmuster durchbrechen, Situationen neu bewerten und Mut zur Veränderung haben, all das bewirkt das Gespräch mit einem Therapeuten. Irgendwann wird die schwarze Dame ganz unbemerkt den Tisch verlassen. Das kann Monate dauern. Die Seele heilt nur langsam. Aber eine Depression kommt auch nicht über Nacht.
 

Die Gespräche mit einem Therapeuten können auch durch eine medikamentöse Behandlung begleitet werden. Die Pille für die Seele – die Antidepressiva – sollten allerdings nicht als alleiniges Heilmittel missverstanden werden. Die Annahme, »man wirft sich eine Pille ein« und danach ist alles wieder gut, mag für einige Krankheiten durchaus zutreffen, so leicht macht es die Depression ihren »Opfern« allerdings nicht. Antidepressiva greifen in die biochemischen Prozesse im Gehirn ein. Sie fördern Antrieb und Energie und der Erkrankte fühlt sich besser. Allerdings dauert es einige Wochen, bis man eine Veränderung spürt. Setzt man »die Pille« zu früh ab, ziehen sich die depressiven Wolken über einem wieder zu. In jedem Fall ist also eine begleitende Psychotherapie ratsam. Und: Alle die, die mit Antidepressiva ihre Welt bunter und glücklicher machen wollen, müssen leider enttäuscht werden. Antidepressiva zeigen sich bei gesunden Menschen nur von ihrer unschönen Nebenwirkungsseite.
Die wohl einfachste aber am wenigsten nachhaltigste aller Heilungsmethoden bei einer depressiven Verstimmung ist die Schlafentzugstherapie. Nach nur wenigen Stunden Schlaf werden die Erkrankten geweckt und müssen den Rest der angebrochenen Nacht und den darauffolgenden Tag wach bleiben. Die Wirkung ist erstaunlich: Zwei Drittel der Menschen verspüren eine deutliche Linderung ihrer depressiven Symptome. Allerdings hält diese Erleichterung nur bis zur nächsten durchschlafenen Nacht an. Eine Erklärung für die Wirkungsweise des Schlafentzuges gibt es bis heute nicht.
Die nur selten zum Einsatz kommende Behandlungsmethode ist die Elektrokrampftherapie. Mit kontrollierten Stromschlägen werden schwer erkrankte Menschen aus ihrer Depression gerissen. Während der Patient schläft, bekommt er elektrische Impulse, die bei ihm einen epileptischen Anfall auslösen. Für viele, bei denen Medikamente und Psychotherapie versagt haben, ist das der einzige Weg zur Heilung. Wegen der Nebenwirkungen, Kopfschmerzen und vorübergehender Gedächtnisschwäche, wird diese Therapie – trotz ihrer Erfolge – nur als »Notlösung« bei starken Depressionen eingesetzt.
 

Depressionen sind eine schwere, manchmal auch lebensbedrohliche Krankheit – aber sie lassen sich äußerst erfolgreich behandeln. Die Seele heilt, wie ein gebrochener Armknochen wieder zusammenwächst. Damit man aber mögliche weitere schwarze Löcher erfolgreich umlaufen kann, braucht es eine besondere Vorbeugung – die »Pille der Achtsamkeit«. Lesen Sie dazu mehr in der nächsten Folge. Und bis dahin: Bleiben Sie achtsam, mit sich selbst und Ihren Mitmenschen!
 

 
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22.10.2017, 01:07 MESZ
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