Körper, Seele, Geist

In der neuen Rubrik lesen Sie spannende Artikel und hilfreiche
Tipps, wie Sie Ihrem Körper, Ihrer Seele und auch Ihrem
Geist Gutes tun können.


Wege aus der Depression - Teil 3

 

Depressionen gehören zur dunklen Seite des Lebens. Sie liegen wie ein bleierner Schatten auf der Seele der Betroffenen. Der Schweizer Psychiater Daniel Hell benutzt dafür ein sehr stimmiges und leicht verständliches Bild, das jeder nachvollziehen kann. Er vergleicht das depressive Empfinden und Erleben mit dem Winter. Im Winter ist es kalt. Die Natur hat sich zurückgezogen. Nichts grünt und blüht. Und auch ein noch so strahlender Sonnentag kann daran nichts ändern. Alles Leben scheint eingeschlafen zu sein. Die Tage sind kurz und grau. Die Kälte lässt alles erstarren. Die Natur muss auf »Sparflamme« laufen, um diese Zeit zu überstehen.

 

Bild des Winters:

 

Nach dem Winter kommt der Frühling. Depressionen lassen sich überwinden. Ein pathologischer Winter – psychisch und physisch. Doch während sich der Lauf der Jahreszeiten leicht erklären lässt, tun sich die Ärzte, Psychologen und Wissenschaftler mit eindeutigen Erklärungen für die Ursachen einer Depression bis heute schwer. Viele sehen in psychischen Erkrankungen wie Depressionen den Preis für die Moderne. Die Belastungen und vor allem das Tempo in unserer Gesellschaft sind ungleich höher als noch vor rund 200 Jahren. Die technischen Errungenschaften von der Mobilität bis zur Datenübertragung beschleunigen unser Leben auf noch nie dagewesene Weise. Stress in der Freizeit und bei der Arbeit. Dutzende E-Mails prasseln täglich auf uns ein, das Handy klingelt nach Feierabend. Ständig müssen wir besser, schneller und flexibler sein. Und auch klassische soziale Bindungen wie Familie und Ehe verändern sich. Die Lebensmodelle werden vielfältiger aber auch individueller. Und was für das aufgeweichte lebenslange Eheversprechen gilt, macht vor dem Berufsleben nicht Halt. Die Angst vor Arbeitslosigkeit ist lange kein Randphänomen mehr. Kaum etwas in unserem Leben ist noch von der Dauerhaftigkeit, die uns die Sicherheit gibt, die wir für ein ruhiges, zufriedenes Leben gern hätten. Depressionen entstehen durch den Stress in unserer modernen Gesellschaft? Ja, häufig, muss die Antwort darauf heißen. Depressionen können das Ergebnis unserer Lebensführung sein. Wenn man sich im Hamsterrad befindet, 10 bis 12 Stunden täglich, fremdgesteuert, voller Angst vor dem Vorgesetzten, ohne Anerkennung, vielleicht noch den feindseligen Kollegen und ihren Demütigungen ausgesetzt, dann kann einem durchaus die Kraft und der Lebensmut schwinden. Das hält kaum jemand auf Dauer aus. Noch dazu, wenn der Job so nach und nach das Privatleben auffrisst. Wenn keine Zeit mehr für Hobbys, Freunde oder den Partner und damit kein Raum für Erholung und Regeneration bleibt, geraten viele Menschen in eine Erschöpfungsspirale, die in einer Depression enden kann.

 

Aber das allein greift zu kurz.

 

Nicht jeder, der einen stressigen Job hat, wird krank. Und noch dazu: Bereits in der Antike gab es Depressionen. Homer schildert sie in der »Ilias« sehr eindrucksvoll. An den Smartphones kann das mit Sicherheit nicht gelegen haben. Das Ursachengebilde der Depressionen ist komplexer. Bei den meisten Menschen kommen mehrere begünstigende Faktoren zusammen. Fast so wie bei einer Erkältung, die wahrscheinlicher wird, wenn man auf Dauer zu wenig Vitamine zu sich nimmt, mit nassen Haaren an einem frostigen Morgen zum Bäcker läuft und in einer vollen U-Bahn einer Fülle niesender und schniefender Mitfahrer ausgesetzt ist. Beruflicher Stress ist also nur ein Baustein. Traumatische Erlebnisse im Privaten ein anderer. Viele Menschen können zum Beispiel den Verlust eines geliebten Familienmitgliedes oder eines engen Freundes, eine Trennung oder den sozialen Abstieg nicht verwinden. Andere haben eine schwere lebensbedrohliche Krankheit, die sie verzweifeln lässt. Die Probleme des Lebens sind so vielfältig wie das Leben selbst. Aber sie führen nicht automatisch in eine depressive Erkrankung. Vor schmerzlichen Lebenserfahrungen bleibt niemand verschont – leider. Doch die Bewältigungsstrategien der Menschen unterscheiden sich. Viele kommen aus dem Loch, in das sie gestürzt sind, wieder heraus. Andere fallen immer tiefer. Und irgendwann sind sie darin gefangen. Ein Entkommen ohne fremde Hilfe ist nicht mehr möglich. Noch dazu, wenn die eigene Familie depressiv vorbelastet ist. Depressionen sind zwar nicht ansteckend, aber vererbbar. Nehmen sie zum Beispiel den berühmten Ernest Hemingway, Literaturnobelpreisträger, Frauenheld, Macho. Er nimmt sich mit 61 Jahren schwer depressiv das Leben. Sein Vater hatte dies bereits vor ihm getan, zwei seiner Geschwister und seine Enkelin werden es einige Jahre nach ihm tun. Die Disposition tragen die Hemingways in den Genen – ein trauriges Erbe. Doch es gibt noch mehr Bausteine. Entscheidend kann zum Beispiel auch sein, wie wiederstandfähig ein Mensch ist. Das heißt, wie gut er mit überwältigenden emotionalen Ereignissen umgehen kann.

Spirituelle Beratung

 

Wiederstandskraft

 

Mit einer starken inneren Widerstandskraft (Resilienz) kann man sich aus so manchem schwarzen Loch befreien. Die Menschen, die nicht graben können, sind häufig eher sensibel und empfindsam, meiden Konflikte und Ärger, sind übertrieben kritisch mit sich selbst und gehen bei eigenen Fehlern hart mit sich ins Gericht. Hinzu kommt ein gesteigerter Perfektionismus und ein übertriebenes Pflichtbewusstsein. Das sind die Typen Menschen, die sich für alles und jeden verantwortlich fühlen und der Anerkennung durch ihre Mitmenschen hinterherjagen wie eine Hyäne hinter ihrer Beute. Bekommen sie die Anerkennung nicht, gerät ihre Welt ins Wanken. Sie fühlen sich ausgenutzt und in der Opferrolle. Doch statt Konsequenzen daraus zu ziehen, buhlen sie wieder und wieder. Sie fühlen sich noch mehr angespornt, Gutes zu tun. Ein »Nein« kommt ihnen nur selten über die Lippen. Die Harmonie mit ihrem sozialen Umfeld nimmt für diese Menschen einen wichtigen Platz ein. Um dieses Ziel zu erreichen, stellen sie sogar ihre eigenen Belange und Bedürfnisse zurück. Neben den psychosozialen, genetischen und psychischen Gründen für eine Depression gibt es aber auch biologische Faktoren, die eine Depression auslösen bzw. begünstigen können. Der Aufbau und die Aktivitäten des Gehirns spielen hier eine Rolle. So zum Beispiel können die Regionen im Gehirn, die für positive Gefühle verantwortlich sind, schlechter arbeiten, dagegen sind die Teile des Gehirns, die negative Emotionen erzeugen oder Stresshormone ausschütten, wahre workaholics. Auch der Hirnstoffwechsel kann zur Erklärung von Depressionen herangezogen werden. Ein Mangel oder ein Ungleichgewicht an den Botenstoffen Serotonin und Noradrenalin, den Neurotransmittern, schlägt sich in schlechter Stimmung nieder. Das Interessante: vermehrter und langanhaltender Stress kann diese Abläufe im Gehirn beeinflussen. Die äußeren und inneren Ursachen einer Depression bedingen sich also mitunter gegenseitig. Und: Bei depressiven Menschen können diese veränderten biochemischen Prozesse nachgewiesen werden. Ganz so wie die Messung des Blutzuckerspiegels eine Diabetes verrät. So viel zu dem Vorurteil der Depression als eingebildete Krankheit.

 
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