Körper, Seele, Geist

In der neuen Rubrik lesen Sie spannende Artikel und hilfreiche
Tipps, wie Sie Ihrem Körper, Ihrer Seele und auch Ihrem
Geist Gutes tun können.


Wege aus der Depression - Teil 1

 

Zuerst die gute Nachricht: Depressionen sind nicht ansteckend! Und nun die schlechte: Jährlich erkranken vier Millionen Menschen in Deutschland an einer Depression. D.h. jede fünfte Seele leidet einmal in ihrem Leben an dieser Krankheit. Das Erschreckende: Nur etwa bei jedem dritten Depressiven wird die Krankheit auch tatsächlich diagnostiziert. Und nicht einmal jeder Zehnte bekommt die Therapie, der er braucht. Falsche Diagnosen und fehlende Psychotherapieplätze lassen viele Erkrankte in ihrem Leid zurück. Die Gesellschaft scheint auf diese Krankheit einfach nicht eingestellt zu sein.

 

 

Hier die Statistik

 

Dabei sind die Prognosen der Weltgesundheitsorganisation WHO mehr als alarmierend. Hier geht man davon aus, dass die Depression bereits im Jahr 2020 nach den Herz-Kreislauf-Erkrankungen weltweit die zweithäufigste Krankheit bilden wird. Und: Frauen sind zwei- bis dreimal so häufig betroffen wie Männer. Soweit zur Statistik. Die Nachbarin, der Taxifahrer, die Arbeitskollegin, ja sogar bekannte Schauspieler, Fußballer und Sänger? Die Depression wird zur Volkskrankheit. Und das heimlich, still und leise. Denn wer gibt schon gern zu, dass er an einer psychischen Störung leidet. Das »nicht ganz richtig im Kopf sein«, wie es landläufig vielfach heißt, ist verpönt. Und das bereits seit Jahrhunderten. Kein geringerer als Martin Luther war es, der – selbst depressiv – den Teufel für diese tückische Krankheit verantwortlich machte. Und wenn der Teufel seine Finger im Spiel hatte, konnten die Betroffenen nur schlechte Menschen sein. Heute wissen wir mehr. Doch der schlechte Ruf dieser Krankheit ist geblieben. Nehmen Sie allein unseren Sprachgebrauch. Der Volksmund kennt für Depression bzw. psychische Krankheiten im Allgemeinen viele unschöne Umschreibungen.

 

Spirituelle Beratung

Von »bekloppt« bis »gaga« ist so manches dabei. Allein im Duden finden sich über 40 Begriffe zu diesem Thema. Die meisten natürlich abwertend. Haben Sie einmal darüber nachgedacht, welche negativen Ausdrücke die deutsche Sprache für andere Krankheiten, wie beispielsweise Schlaganfall oder Krebs kennt? Nicht viele bis keine, würde Ihre Antwort vermutlich lauten. Und genau das ist das Problem. Psychische Krankheiten wie Depressionen sind, nicht zuletzt aus Unwissenheit, nach wie vor einer Flut an Vorurteilen ausgesetzt. Und auch, wenn die Gesellschaft heute zunehmend beginnt, sich mit diesen Erkrankungen auseinanderzusetzen, sind es langsame und kleine Schritte. Nehmen Sie zum Beispiel das neue Modewort »Burn out«. Ein schönes Wort. Doch wer heute unter »Burn out« leidet, hat nichts anderes als eine handfeste Depression. Aber »Burn out« klingt viel angenehmer. Denn man hat ja irgendwann einmal gebrannt, um jetzt ausgebrannt zu sein. »Burn out« suggeriert Stärke, während Depression mit Schwäche verbunden wird.
 

Eine anerkannte Krankheit

 

In der medizinischen Fachwelt ist die Depression seit langem eine anerkannte Krankheit. In den Köpfen vieler Menschen wird das noch ein paar Jahre dauern. Die Vorurteile sitzen tief und fest. Ich gehe davon aus, dass sich mindestens drei von fünf Menschen nicht vorstellen können, was es heißt, frühmorgens mit einer Depression aufzustehen und abends mit ihr ins Bett zu gehen. Dazu kann man sie nur beglückwünschen. Doch eine Krankheit nicht zu kennen, bedeutet noch nicht, sie bezweifeln und verharmlosen zu dürfen. Niemand käme auf die Idee, die tropfende Nase bei einem Schnupfen anzuzweifeln oder die schmerzhafte Auswölbung einer Bandscheibe. Selbst, wenn man diese Krankheiten nie gehabt hat, stehen ihre Unannehmlichkeiten für die Betroffenen außer Frage. Stellen Sie sich einmal vor, ihr Nachbar hätte einen komplizierten Oberarmbruch. Er wurde mehrfach operiert, Drähte halten seine Knochen zusammen, der Arm liegt in Gips. Kämen Sie auf die Idee, ihm den Schneeschieber in die Hand zu drücken und ihn aufzufordern, die Straße zu räumen? Und wenn, würde er darüber irritiert den Kopf schütteln und Sie für einen unverschämten Ignoranten halten. Zu Recht.

 

Und nun stellen Sie sich einmal vor...

 

...Ihr Nachbar hätte einen gesunden Arm und eine kranke Seele. Eine depressive Symptomatik, wie die Fachleute sagen. Sie wissen das und laden ihn zum Grillen ein. Etwas Aufmunterung kann nicht schaden, denken Sie. Das ist sehr nett. Doch dann beteiligt sich der sonst so unterhaltsame und eloquente Nachbar an keiner Unterhaltung. Schweigend kaut er an seiner Bratwurst. Auch Witze scheinen bei ihm nicht anzukommen. Er deutet an, zeitig nach Hause zu gehen. Kämen Sie auf die Idee, ihn auf die Schulter zu boxen und Sätze wie »Stell dich nicht so an. Traurig sind wir doch alle einmal«. Oder: »Bei dem herrlichen Sonnenschein schiebt man doch keinen Trübsal« an den Kopf zu werfen? Nun, Sie kämen vielleicht nicht auf diese Idee. Aber glauben Sie mir, die meisten Menschen reagieren so oder so ähnlich auf ihr depressives Gegenüber. Doch so wie bei einem Menschen ein gebrochener Arm nicht heilt, wenn man ihm zuruft »Du musst den Schneeschieber nur in die Hand nehmen!«, so helfen bei einer Depression ebenso keine gut gemeinten Ratschläge. Depression ist eine ernstzunehmende Krankheit und keine Schwäche!

 

Ermunterungsversuche

 

Für einen depressiven Menschen sind derartige Ermunterungsversuche einfach nur furchtbar. Zweifelt er nicht ohnehin schon an sich selbst, halten ihn seine Mitmenschen auch noch für einen empfindlichen Schwächling, der einfach keine Lust zu arbeiten hat. Im schlimmsten Fall wird er als Verrückter abgetan. Ein Makel, den er nicht so schnell wieder los wird. Dabei ist das »verrückt sein« gar nicht so falsch. Nur bitte nicht in der Bedeutung des Schimpfwortes. Ich würde sagen, das seelische Gleichgewicht ist etwas verrückt. Es hat sich verschoben. Oder anders formuliert: Die Seele ist aus dem Takt. Die Medizin spricht von einem gestörten System der Botenstoffe im Gehirn. Der Serotonin-Stoffwechsel funktioniert bei einer Depression nicht so wie er eigentlich sollte. Er ist verrückt. Die Betroffenen merken relativ schnell, dass irgendetwas mit ihnen nicht stimmt. Doch was? Kein Mensch will sich eingestehen, dass er krank ist und natürlich erst recht nicht depressiv. Die Vorurteile, Sie wissen schon. Doch woran erkennt man eine Depression? Lesen Sie dazu mehr in der nächsten Folge. Und bis dahin: Bleiben Sie achtsam, mit sich selbst und Ihren Mitmenschen!

 
Gratis Questico Kennenlerngespräch sichern
kostenlos registrieren
Wunschtermin
Zur mobilen Webseite /
21.11.2017, 16:43 MEZ
/
Top Links: Tarot & Kartenlegen / Hellsehen & Wahrsagen / Horoskope / Traumdeutung
© 2000 - 2017 Questico  734 / ac32 / 9

© für alle Kartenabbildungen Königsfurt Urania. Abbildung mit freundlicher Genehmigung durch Königsfurt Urania.
Registrierung für Neukunden / Login für KundenHilfe