Tarot intensiv

Serie über Aleister Crowley: Teil 3

Die späten Jahre: Die Erschaffung des Crowley-Tarots und der Lebensabend Aleister Crowleys


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Die späten Jahre des Aleister Crowley (Teil 3)


 

Vergessen und verehrt

 
Aleister Crowley 1930er Jahre

Aleister Crowley 1930er Jahre

Dass Aleister Crowley mit Ende 40 einer Pressekampagne zum Opfer fiel, die ihn für den Rest seines immerhin noch 24 Jahre andauernden Lebens endgültig zum Schreckgespenst der Gesellschaft, ja, der Inkarnation des Bösen schlechthin abstempelte, war nicht nur Verkettung unglücklicher Umstände: Der Magier hatte schon seit Jahren durch provokante Artikel, politische Stellungnahmen (teilweise prodeutsch während der Kriege) und exzentrische Auftritte in wechselnden Verkleidungen vornehmlich die englische Öffentlichkeit schockiert.
Nun schlug das Empire zurück, und er musste die Zeche mit einem Ruf der abscheulichsten Art bezahlen. Durchaus folgerichtig, denn in einer Zeit, in der die Emanzipation noch in den Kinderschuhen steckte, das Christentum unangefochten die Moral diktierte und Europa von zwei Kriegen ins Chaos gestürzt wurde, bildet sein freigeistiges Denken, seine sexuellen und magischen Exzesse, ja sein gesamter Lebensstil einen ungeheuerlichen Affront!

 

Magick = Satanismus?

 

Aber paktierte »das Tier« nun wirklich mit der Personifikation des Bösen, wie die Presse so gerne in fetten Schlagzeilen propagierte? Stand er mit Satan im Bunde? Lassen wir den Meister selbst zu Wort kommen: »In meinem dritten Jahr in Cambridge weihte ich mich selbst bewusst dem Großen Werk. Ich verstand darunter das Werk, ein Spirituelles Wesen zu werden, frei von den Zwängen, Zufällen und Täuschungen der materiellen Existenz. Es mangelte mir an einem Namen, um meine Arbeit zu bezeichnen. [...] Ich wählte des halb den Namen »MAGICK«. MAGICK ist die Wissenschaft und Kunst der Verursachung von Veränderung, um in Übereinstimmung mit dem Willen vorzukommen.« (Aus: »Magick in Theorie und Praxis«)
Dieser Wille, von dem Crowley redet, ist natürlich der in Thelema ernannter Wahre Wille, nicht zu verwechseln mit dem bewussten Willen, denn »ein Mensch, dessen bewusster Wille mit seinem Wahren Willen entzweit ist, verschwendet seine Stärke«.
Für Crowley war Magick, wie er es taufte, also ein Instrument zur spirituellen Weiterentwicklung und hatte nichts mit dem zu tun, was man allgemein unter Satanismus versteht.
Letzterer hat seine Ursprünge zwar im 18. Jahrhundert, wurde aber erst in den 1960er Jahren durch die Gründung der »Church of Satan« zu einem eigenständigen Religionssystem. Satanismus beinhaltet nicht zwangsweise die Anrufung und Anbetung des Teufels, vielmehr gilt »Satan« als Symbol für den Widerstand gegen religiöse, speziell christliche Dogmen. Satanismus ist auch nicht automatisch mit Magie verknüpft, vielmehr mit der Evolutionstheorie: Überleben ist nur möglich, wenn man selbst zu den Stärksten gehört. Dies erreicht man unter anderem mit dem Glauben an die eigene Göttlichkeit: Der Mensch gilt als Maß aller Dinge, die eigene Individualität als das höchste Gut, ein Geschenk, das es zu nutzen gilt. So gesehen ist das Erschreckendste am Satanismus, dass so viele in unserer Gesellschaft nach seinen Prinzipien leben, ohne es zu merken oder sich öffentlich dazu zu bekennen.
Obwohl sich die satanische Bewegung des 20. Jahrhunderts bis heute gerne auf Aleister Crowley und sein »Liber Al Vel Legis« (mit dem Zitat »Tu was Du willst!«) beruft, hat Thelema, ja, Crowleys gesamte magische Ausrichtung, nur in einigen Teilbereichen Berührungspunkte, zum Beispiel in der großen Bedeutung von Sexualität und sexualmagischen Praktiken.
Ansonsten unterschieden sie sich wesentlich. Die Behauptung, Crowley sei Satanist, ist also genauso falsch wie die Idee, er hätte mit dem Bösen paktiert. Jedoch gibt es auch hier einen Schnipsel Wahrheit: Crowleys betrieb Magie wissenschaftlich, d.h. er ging methodisch und empirisch vor, indem er die verschiedensten magischen Praktiken und religiösen Systeme zumeist im Eigenversuch ausprobierte.
Dies tat er nicht nur mit alten magischen Überlieferungen (wie z.B. das Buch Abramelin), sondern mit allem, was er auf seinen vielfältigen Reisen aufschnappte und der Erprobung für wert befand. Da ihm nichts heilig war und er vor kaum etwas zurückschreckte, vollzog er ebenso Rituale, die sich Lucifer widmeten wie auch Jesus, Jehova, Allah oder Mutter Maria und natürlich Aiwass, von Engeln und Dämonen, ägyptischen oder indischen Gottheiten ganz zu schweigen.

 

Lebensabend in England

 
Aleister Crowley und Lady Frieda Harris

Aleister Crowley (Mitte) und Lady Frieda Harris (rechts)

Wie wirkte sich dieser Lebenswandel auf Crowleys späte Jahre aus? 1923, nach dem Wendepunkt, der Auflösung von Thelema, wirkt das Leben Master Therions zerfasert, flüchtig. Selten bleibt er lange an einem Ort, hauptsächlich weil er wegen seines Rufes in den meisten Ländern unerwünscht ist. Zunehmend hat er Probleme mit seiner Gesundheit: Asthma macht ihm zu schaffen.
Doch sein Charisma bleibt ungebrochen: Nach wie vor hat er viele Bewunderer, Freunde (wie z.B. Israel Regardie, der maßgeblich dazu beitragen sollte, das Werk Crowleys und des Golden Dawns bekannt zu machen) und reiche Unterstützer, ebenso ständig wechselnde Scharlachfrauen, von deren überwiegend traurigem Ende bereits in Teil 2 dieser Serie berichtet wurde.
Diverse Bücher und Texte entstehen, u.a. »Confessions«, Crowleys selbst verfasste Biografie, bei der allerdings Wahrheit und kunstvolle Abänderung von Tatsachen Hand in Hand gehen. 1931 kehrt der 56jährige Crowley für immer nach England zurück und muss dort 4 Jahre später wegen der Vielzahl der Gläubiger den Offenbarungseid leisten. Dennoch leidet er dank seiner reichen Gönner nie Armut. 1937 lernt er Lady Frieda Harris kennen, mit der zusammen er sein Spätwerk, das berühmte »Buch Thoth«, besser bekannt als Crowley Tarot, kreiert.
Lady Frieda ist klug genug, sich nicht in die lange Liste seiner Scharlachfrauen einreihen zu lassen. Die enge, aber platonische Liebesbeziehung in Form einer Arbeitsgemeinschaft, die sie mit Crowley eingeht, bleibt auf diese Weise ohne negative Folgen für ihre geistige Gesundheit, aber verhilft ihrer Kreativität zu enormer Wirkkraft. 4 Jahre arbeiten die beiden zusammen an diesem Tarot und dessen Deutung; in das Deck lässt Crowley sein gesamtes magisches Wissen einfließen. 1944 wird er mit einer Auflage von 200 Stück veröffentlicht, um danach für 20 Jahre fast in Vergessenheit geraten, bis in den 60er Jahren mit der kulturellen Revolution der Jugend neben Crowleys Schriften auch seine Tarotkarten neue Anerkennung findet.
1945 zieht der alte Meister in die düstere Villa Netherwood in Hastings. Auch mit geschwächtem Gesundheitszustand arbeitet er unermüdlich weiter. Er schreibt »Magick without Tears«, eine Art Vermächtnis und Rückblick. Am 1. Dezember 1947 stirbt er an Herzversagen und chronischer Bronchitis. Seine letzten Worte waren: »I am perplexed.« So jedenfalls schilderte es seine Krankenschwester. Nach der Einäscherung und Trauerfeier wird seine Asche in den USA im Garten eines treuen Jüngers zur ewigen Ruhe gebetet.

Zu den Kartenlegern

 

Was bleibt - Crowleys Vermächtnis

 

Das Tier ist tot – was lebt weiter? Crowley erweckte die Magie des Mittelalters wieder zum Leben und führte sie in die Moderne.
Er war magischer Vorreiter und Erneuerer sondergleichen. Zwar ist sein Lebenswandel nicht unbedingt eine Empfehlung zur Nachahmung, jedoch ist sein Einfluss auf die heutige Esoterik wesentlich größer, als den meisten bewusst ist: Fast alle magischen und westlich-esoterischen Strömungen sind durch Crowleys Werk beeinflusst.
Er hinterlässt seinen geistigen Fußabdruck in den wichtigsten magischen Orden, in der Literatur, ja sogar in der Rockmusik, bei den Scientologen und in der modernen Hexenbewegung, entstanden als Wicca-Kult in Großbritannien, dessen Mitbegründer Gerald Gardener mit Aleister Crowley in regem Austausch stand.
Auch heute noch ist er das Enfant Terrible jeder neuen Generation spiritueller Sinnsucher, polarisiert wie keine andere Gestalt die moderne Esoterik, ruft Angst, Aberglaube, Bewunderung und begeisterte Nachahmer hervor, beeinflusst umfassend unsere heutige Vorstellung und Arbeit mit Magie und gibt so manchem nach wie vor die Steilvorlage zu Vorurteilen der übelsten Sorte.
Er blieb also, was er zu Lebzeiten war: ein Mann, der polarisiert, den man verabscheut oder bewundert, aber von dem man spricht. Und ein Mann, dessen Lebensphilosophie ebenso wie seine Werke heute nicht mehr nur im Rampenlicht stehen, sondern in vielen Bereichen Einzug in unsere Gesellschaft fanden. Ihm hätte das wohl gefallen.

 
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