Tarot intensiv

Serie über Aleister Crowley: Teil 2

Crowley und die Frauen: Crowleys umstrittenes Verhältnis zu Frauen und die Tempelgründung von Thelema


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Aleister Crowley und die Frauen (Teil 2)


 

Magier oder Hurenbock?

 
Leah Hirsing - Die erste Scharlachfrau

Leah Hirsing - Die erste Scharlachfrau

Wir schreiben das Jahr 1910. Crowley ist seit einem Jahr geschieden. Die erste der beiden Töchter ist an Typhus gestorben, die zweite lebt bei seiner zunehmend alkoholkranken Exfrau Rose. Er hat einige ausgedehnte Expeditionen unternommen und im Eigenverlag mehrere Gedichtbände sowie Magick-Bücher publiziert, er praktiziert exzessiv Magie und experimentiert mit Drogen.
Darüber hinaus hat er das Liber AL vel Legis wiederentdeckt und den Orden Argenteum Astrum gegründet, in dem seine Lebensphilosophie Thelema gelehrt wird, als mit Leila Waddel die erste »Scharlachfrau« in sein Leben tritt. Sie begründet eine lange Liste von Frauen, die nacheinander diese Stellung inne haben und – sobald sie die Anforderungen (nämlich als Tempelhure und Medium zu fungieren) nicht mehr erfüllen – gegen die nächste ausgetauscht werden.
1918 lernt er Leah Hirsing kennen, die die wichtigste Scharlachfrau von allen wird. Mit ihr gründet er zwei Jahre später die Abtei »Thelema« auf Sizilien, ein Haus, in dem er mit seiner Scharlachfrau sowie diversen Anhängern und Lehrlingen lebt und das fortan mit viel Magie, sexueller Freizügigkeit und einer Unmenge an Drogen ein Hort des Abenteuers für zahlreiche Bohemians und Crowley-Anhänger wird. Der Meister selbst hält auf Thelema Hof, zelebriert Magie (vor allem Sexualmagie), malt, schreibt Tagebuch und erlangt schließlich den ersehnten Höhepunkt auch in der magischen Karriere, indem er sich selbst den Grad des Ipsissimus verleiht

Zu den Kartenlegern

 

Der erste Fall des Aleister Crowley

 

Das ist die glanzvolle Seite. Die andere Seite dagegen ist – vorsichtig formuliert – abgründig. Crowleys Erbe ist inzwischen verbraucht, er hat Boleskine Hall verkauft und ist für seinen Unterhalt zunehmend auf Leihgaben, reiche Gönner und Einnahmen aus seinen Publikationen angewiesen.
Poupée, seine erste Tochter mit Leah Hirsing, stirbt, was ihm sehr nahe geht. Danach erleidet Leah noch eine Fehlgeburt. Die Drogen, die er reichhaltig einnimmt, vor allem das Heroin, das ihm damals legal zur Bekämpfung seines Asthmas verschrieben wurde, bereiten ihm allmählich ernsthafte Probleme, und er wagt 2 Jahre später eigenständig einen ersten Entzug, der zumindest dazu führt, dass er in den nächsten Jahren zeitweise drogenfrei lebt.
Als 1923 sein Anhänger Raoul Loveday auf Thelema an Thyphus stirbt und dessen Frau zurück in London wildeste Geschichten über Lovedays Ableben verbreitet, beginnt die Hetzjagd der Presse gegen Crowley und damit das Spießrutenlaufen durch sämtliche Länder: Mussolini lässt ihn aus Italien ausweisen, nachdem in der englischen Presse von Mord an Loveday die Rede ist. Die Abtei kann ohne Crowley nicht aufrechterhalten werden.
Crowley ist nun stigmatisiert, aus der Gesellschaft ausgeschlossen, sein übler Ruf eilt ihm voraus und sorgt immer wieder für Ausweisungen, so auch in Frankreich, wo er sich niederlassen will. 1925 trennt er sich endgültig von Leah Hirsing. Die nächsten Jahre bleiben unstet. Doch Crowley schreibt auch nach wie vor viele magische Texte, hat wie immer männliche und weibliche Verehrer und wird 1926 auf der Weida-Konferenz, einem Zusammenschluss Deutscher Okkultisten, sogar zum Weltenlehrer ausgerufen. 14 Jahre später wird er zusammen mit Frieda Harris ein Tarot entwerfen, welches im Bereich Kartenlegen zu den populärsten Tarot-Decks gehört.
Soweit die nächsten Stationen eines bewegten Lebens. Wie wahr sind aber die Gerüchte, die besagen, dass »Das Tier« die Frauen verachtete, dass er sie für seine magischen Praktiken missbrauchte, ja, dass er gar Kinder in magischen Ritualen opferte?
Nun, Crowley hat niemals Menschenopfer praktiziert – und schon gar keine Kindesopfer. Dies hätte seiner Vorstellung von der Unantastbarkeit des Wahren Willens eines anderen Menschen widersprochen. Und der Ausdruck »Kindesopfer«, den er selber gelegentlich benutzte, war lediglich eine Metapher dafür, Sexualität statt zur Kinderproduktion zu magischen Zwecken einzusetzen. Einige Crowley Zitate spiegeln wieder wie Crowley selbst zu den Gerüchten stand.

 

Crowley und die Frauen

 
Aleister Crowley

Aleister Crowley

Die Beantwortung der Frage, ob Crowley Frauen verachtete und missbrauchte, gestaltet sich etwas komplexer.
Tatsache ist, dass eine beunruhigend hohe Anzahl von Crowleys Scharlachfrauen entweder Selbstmord beging oder in Nervenheilanstalten landete. Tatsache ist aber auch, dass Crowley – zusätzlich zu dem wenig schmeichelhaften Frauenbild, das ihm seine Mutter vorgelebt hatte – zu einer Zeit aufwuchs, in der Frauen vor allem eines zu sein hatten: Gefügig und gehorsam. Der Mann galt als Krone der Schöpfung, die Frau als schwach im Geiste und im Körper, gefühlsbetont und wankelmütig. Dementsprechend hatte sie dem Vater und später Ehemann in allen Belangen zu folgen.
Natürlich sah die Praxis oft anders aus. Dennoch war dies das vorherrschende Frauenbild, das sich erst ab dem Ersten Weltkrieg zu ändern begann. So ist es kaum verwunderlich, dass es auch die damalige magische Praxis und das Crowley Tarot bestimmte. Magie war Männersache. Der Mann war der magische Meister, die Frau das Werkzeug, das Gefäß, durch das Magie wirken konnte. Ein bisschen von diesem Glauben finden wir heute noch in den Crowley  Tarotkarten Hohepriester, Magier und Hohepriesterin wieder. Und so war es eher die Regel denn die Ausnahme, für die magische Praxis (wie z.B. die Anrufung von Wesen, zu der ein Trancezustand nötig war) Frauen als Medien zu gebrauchen. Dies waren in erster Linie Frauen, die der männliche Magier (sexuell) möglichst eng an sich binden sollte, so beschrieb es Großmeister Samuel Mathers, Mitbegründer des Golden Dawn. Der Vorteil lag darin, dass der ausführende Magier durch die Benutzung eines Mediums Besessenheit und anderen Gefahren während einer Trance entgehen konnte und gleichzeitig in der Lage war, das für ihn agierende Medium zu schützen.
In Crowleys Fall wohl eher schlecht als recht, denn Master Therion – wie er sich auch nannte – war einer der experimentierfreudigsten, maßlosesten und exzessivsten Magier überhaupt, der weder sich noch seine Medien bei Ritualen schonte und sie schnell durch neue ersetzte, wenn sie nicht mehr in der Lage waren, ihre Arbeit zu seiner Zufriedenheit auszuführen.
Wenn man dann noch bedenkt, dass sich Crowley wahrscheinlich bevorzugt Partnerinnen aussuchte, die am Rande der geistigen Gesundheit balancierten, weil Frauen einer solchen seelischen Konstitution für bestimmte visionäre und mediale Praktiken oft besonders talentiert waren, wird etwas klarer, warum so viele von ihnen in der Folge ihre seelische und geistige Gesundheit verloren.
Die Antwort auf diese Frage lautet also »Ja«. Fairerweise muss jedoch erwähnt werden, dass sich Crowleys Frauen ebenso bereitwillig zur göttlichen Priesterin erhöhen und für seine magischen Vorhaben einspannen ließen wie seine männlichen Schüler – denen es im weiteren Lebensweg zumeist auch nicht besser erging.
Die Sache hatte jedoch noch eine andere Seite. Denn Crowley benahm sich Frauen in manchem gegenüber verächtlich, gleichzeitig verehrte er sie jedoch zutiefst. Für den Mann der Extreme war das kein Paradoxon. Nicht grundlos bezeichnete er sich als heftigsten aller Feministen.
Der Erfinder des Crowley-Tarot verehrte vor allem den Archetypus der Weiblichkeit, die Eigenschaften, die Sexualität der Frauen an sich und das göttliche Bild der Scharlachfrau. Sein Frauenbild entwickelte sich durch seine vielfältigen Studien, Reisen und Erfahrungen weit über den damaligen Zeitgeist hinaus. Ebenso revolutionär waren auch die Freiheiten und Fähigkeiten, die er dem weiblichen Geschlecht zuerkannte. Die persönliche Liebe zu Frauen trat hinter diesen Allegorien, der Verschmelzung des Weiblichen mit der Göttin, zurück.
Auf der persönlichen Ebene hatte keine seiner Beziehungen Bestand. Seine Schwierigkeiten mit Bindungen, ja, seine Unfähigkeit zu einer tiefen, langen Beziehung würde man heutzutage in der Kindheit suchen. Ihm selber gefiel wohl eher die Vorstellung einer spirituellen Entwicklung in das Überpersönliche, in dem Frau und Mann als Repräsentanten für die göttliche Liebe agieren und das Persönliche keine Rolle mehr spielt. Und in beidem wird ein Stückchen Wahrheit sein.

 
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