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Hintergrundwissen über Tarotkarten

Künstler und Tarotautor Robert Place lebt in New York, kreiert Tarotdecks und gilt als Tarotexperte.


Die Geschichte des Tarot


 

Ursprünge - wo der Tarot wirklich herkommt!

 
Robert Place - Photo by James Greene

Künstler & Tarotautor Robert Place

Der Ursprung des Tarot wird in vielen frühen Tarotbüchern sehr dramatisch erklärt.
Wahlweise wird berichtet, dass die Karten Überreste eines antiken Manuskriptes seien, nämlich des mystischen „Buch Thoth“, verfasst vom altägyptischen Gott der Magie und Kommunikation.
Oder es wird behauptet, dass die Karten in Ägypten oder Marokko von Adepten eines Geheimordens der Hermetiker oder Kabbalisten kreiert worden seien.
Manche Tarotforscher halten sie für ein antikes Buch der Hieroglyphen, das, verbunden mit dem hebräischen Alphabet, die Schöpfung erklärt.
Nicht alle Annahmen und Erkenntnisse der Okkultisten sind falsch, doch diese Behauptungen sind es und verschleiern damit den anerkennenden Blick auf die wahre mystische Philosophie, die im Tarot zu finden ist. In dieser Serie gehen wir zurück bis an die Quelle, räumen mit Vorurteilen und wilden Geschichten auf.

Wo also liegt der Ursprung des Tarot nun wirklich?
 

Ihn zu seiner Originalquelle zurückzuverfolgen, ist schwierig, wenn man den oben genannten Ideen Glauben schenkt. Allein schon seine ursprüngliche Beschaffenheit wird dann unklar: War der Tarot nun eine Ansammlung von Hieroglyphen, die in Stein gemeißelt oder auf Metal eingraviert waren, oder war es eine Schrift auf Papyri?
Alle diese Möglichkeiten sind diskutiert worden, doch wir kennen das Tarot als Kartendeck, und es gibt keinen historischen Beweis dafür, dass es jemals in anderer Form existiert hat. Mit „Karten“ bezeichnet man eine Zusammenstellung von ungebundenen Bildern, die auf schwerem Papier gemalt oder gedruckt wurden. Also beginnen wir unsere Nachforschungen mit der Erfindung des Papiers:

 

Das chinesische und das Mamluk-Tarot

Chinesisches und Mamluk-Tarot

Die ersten Karten wurden von den Chinesen entwickelt. Um das Jahr 200 u. Zt. stampften sie erstmals die Rinde des Maulbeerbaumes zu Brei und trockneten sie anschließend zu Papier. Dadurch waren sie in der Lage, lange vor uns Produkte auf Papier herzustellen, ein erstes Kartendeck mit eingeschlossen. Karten wurden in erster Linie für das Glücksspiel geschaffen, das älteste, uns bekannte Deck ist unserem heutigen Dominospiel verwandt. Später entstanden weitere Decks, die auf dem Geldsystem basierten und Kartenfarben oder Zeichenketten mit Münzen zeigten.
Die Chinesen waren nicht begierig darauf, ihre Erfindung zu teilen, doch das änderte sich mit dem Mongolenherrscher Khubilai Khan, ein Enkel des berühmten Dschingis Khan. Im 13. Jahrhundert vereinte er China mit einem großen Teil Asiens sowie Gebieten in Osteuropa, begründete die Yuan-Dynastie, förderte den Internationalen Handel und nutzte erstmals Papiergeld als Tauschmittel. Seide, Edelsteine und Gewürze kamen so von Asien nach Europa, und damit auch Papiergeld und die Kunst des Papierschöpfens. Wegen ihrer Handlichkeit waren die Spielkarten bei reisenden Händlern sehr beliebt und gelangten so in den Mittleren Osten.
Neue Kartenspiele wurden in ganz Asien erfunden, die Karten selbst wurden dünner und größer, Bilder von Göttern, Königen und Helden fanden Einzug in die Kartensets. Islamische Künstler beschrifteten Karten in dekorativer Schönschrift. Im 13. Jahrhundert entstand so ein neues Kartendeck, das Mamluk Deck, nach den damaligen islamischen Herrschern des Heiligen Landes und von Ägypten benannt. Das Deck bestand aus 4 Farbsätzen mit je 10 Karten und drei männlichen Königskarten. Es ähnelte den heutigen Spielkarten, jedoch bestanden die vier Farbsätze aus Münzen, Kelchen, Krummsäbeln und Polostöcken, während die Königskarten jeweils einen Leutnant, Oberleutnant und Gouverneur darstellten, im Arabischen Na’ib thani, Na’ib und Malik genannt. Die meisten Gelehrten sind sich einig, dass die Mauren die Karten in Spanien und Sizilien den Europäern bekannt machten.

Ab dem 14. Jahrhundert begannen die Europäer, ihre eigenen Kartenspiele zu entwickeln. Wann genau das erste Kartenspiel entstand, ist nicht bekannt, jedoch existieren seit diesem Jahrhundert erstmalig Aufzeichnungen über Gesetze, die Glücksspiel verbieten. Da die Karten in erster Linie für Glücksspiele genutzt wurden, wurde ihr Gebrauch gesetzlich geregelt. 1367 wurde in Bern im Zuge eines Glücksspielverbotes erstmalig auch ein Kartenspiel benannt. Danach tauchen Kartenspiele in der Gesetzgebung in ganz Europa auf, was zugleich den ersten konkreten Beweis für die Existenz von Karten in Europa darstellt.

 

Tarotkarten aus Spanien

Spanisches Tarotdeck

Die ersten Decks in Spanien und Italien waren dem Maurischen Kartenmodel mit Sätzen von Schwertern, Kelchen, Münzen und Stäben nachempfunden. Das maurische Polospiel war zu der Zeit in Europa nicht bekannt, die Polostöcke wurden daher zu einfachen Stäben. Wie auch im Mamluk-Deck gab es 10 Zahlkarten und drei Hofkarten in jedem Farbsatz. Die Königsfiguren wurden zum Knappen, Ritter und König verändert.

Auch heute gibt es noch ähnliche Decks in Spanisch sprechenden Ländern und Teilen Italiens. Die Karten verbreiteten sich in ganz Europa, und jedes Land kreierte seine eigenen Symbole für die Sätze. Manchmal wurden Decks mit mehr oder weniger Sätzen gemalt, oder neue Symbole eingesetzt, gelegentlich wurde auch eine Königin eingefügt und der Knappe herausgenommen. Doch in Spanien und Italien hielt man sich an die Original-Symbole – Schwerter, Kelche, Münzen und Stäbe, wie man sie in der kleinen Arkana des Tarot findet. Dennoch waren diese Karten noch keine Tarotdecks. Eine wichtige Zutat fehlte: Der fünfte Satz symbolischer Bildkarten – Die Trümpfe.

Diese allegorischen Bilder wurden erstmals in den norditalischen Städten Ferrara, Bologna und Milan zwischen 1410 und 1440 den Karten hinzugefügt. Sie wurden für ein Kartenspiel entwickelt, dass dem modernen Bridgespiel ähnelt. Doch anders als im heutigen Bridge, in dem einer der vier Sätze der Status von Trümpfen zugewiesen wird, hatte das alte Deck einen fünften Satz ständiger Trümpfe. Und in Teil 2 unserer Serie werden wir diese ersten Trumpfbilder und ihre Bedeutung genauer untersuchen.

 
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