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Hintergrundwissen über Tarotkarten

Künstler und Tarotautor Robert Place lebt in New York, kreiert Tarotdecks und gilt als Tarotexperte.


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Die Geschichte des Tarot - Teil 3


 

Die Trümpfe entwickeln sich

 

Wir wissen bereits, dass das früheste uns bekannte Tarot aus einem Deck mit 16 handgemalten Trümpfen bestand, auf denen Götter der Antike dargestellt waren. Es entstand zwischen 1412 und 1425 für den Herzog von Mailand, Filippo Maria Visconti, und entsprach nicht unserer modernen Vorstellung von Inhalt und Aufbau eines Tarotdecks. Doch wie entwickelte sich dieses Ur-Tarot zu dem Tarot, den wir heute kennen? Und seit wann wissen wir, dass es für Vorhersagen genutzt wurde?
 


Aus dem Zeitraum von 1423 bis 1450 existieren Aufzeichnungen in Ferrara, Mailands südwestlichem Nachbar, die ein Deck mit Namen Imperatori erwähnen, das ebenfalls handgemalte und vergoldete Karten sowie einen Trumpf, den Kaiser, enthielt. Aus derselben Zeit stammt auch ein schriftlicher Bericht über ein ähnliches Deck in Spanien. Dieses Deck, das »Juego de Naypes« (Kartenspiel), wird in einem Gedicht beschrieben, das Fernando de la Torre vermutlich 1450 für die Prinzessin Dona Leondo de Foix verfasst hatte. Es handelt sich hierbei auch um die erste Aufzeichnung eines Tarotdecks, das unmissverständlich mit Divination verbunden ist. De la Torre beschrieb dieses Deck als 49 Karten, bestehend aus den vier Sätzen mit je 10 Zahlenkarten sowie einer zusätzlichen »Emparador«-Karte (Der Kaiser), die als Trumpf fungierte. Fernando erwähnte, dass das Deck dazu genutzt werden könne, um Schicksal zu weissagen, allerdings nur in Liebesangelegenheiten. Die Karten könnten die Liebe eines Mannes vorhersagen, wobei jeder Satz eine verschiedene gesellschaftliche Kaste der Frau repräsentierte: Die Münzen standen für Jungfrauen, die Kelche für Ehefrauen, die Schwerter repräsentierten Nonnen, die Stangen (heute: Stäbe) Witwen.
 


In einem anderen von Ferraras Texten wird vermerkt, dass der in Bolognese wohnende Maler Jacopo Sagramoro im Januar 1441 dafür angeheuert wurde, 14 Karten, wahrscheinlich Trümpfe, zu malen, die anscheinend zu einem regulären Kartenspiel (mit Münzen, Kelchen, Schwertern und Stangen) hinzugefügt werden sollten. Jeder dieser 4 Sätze beinhaltete 10 Zahlenkarten und vier Hofkarten. Das Deck war als Geschenk für Bianca Visconti (1425-1468), die Tochter Filippo Maria Viscontis, gemalt worden. Die Einbeziehung von 14 Trümpfen macht numerisch Sinn, denn der Satz der Trümpfe hatte auf diese Weise die gleiche Anzahl von Karten wie die anderen Sätze. Das Jahr darauf wurde ein Deck mit Trümpfen in einem Bericht des D’Este Court, dem Herrscher von Ferrara, vermerkt, in dem wiederum die Verbindung zum Maler Sagramoro hergestellt wird. Sagramoro war bekannt dafür, kleine, schlecht entlohnte Kunstaufträge für den Hof zu übernehmen. Dieser Bericht ist bemerkenswert, denn er enthält zum ersten Mal einen Namen für diese Art von Kartenspiel, »Carte da Trionfi «, die Trumpfkarten. »Trionfi « war ebenfalls der Name einer festlichen Parade, die in der Renaissance-Kultur regelmäßig gehalten wurde. Der Name impliziert, dass die Trümpfe mit den Figuren dieser Parade in Verbindung standen. Tatsächlich stammt vom Ausdruck »Trionfi « unser moderner Terminus »Trumpf« ab.
 


Die zwei ältesten Tarotdecks, die noch existieren, das »Brambilla- Tarot« und das »Cary-Yale-Visconti-Tarot«, sind nur noch bruchstückhaft erhalten, doch sie beinhalten einige handgemalte Trümpfe und wurden beide für Filippo Maria Visconti erschaffen, der ganz offensichtlich ein großer Liebhaber des Kartenspiels war. Das »Brambilla-Tarot« enthält heute noch zwei Trümpfe, den Kaiser und das Rad des Schicksals, und ist zwischen 1420 und 1444 entstanden. Das »Cary-Yale-Visconti-Tarot« beinhaltet 67 Karten, 11 Trümpfe – vermutlich sind es einmal mehr gewesen – mit eingeschlossen. Sagramoro malte luxuriöse Miniaturkunstwerke mit Goldblatt- Hintergrund auf schwere Papierkarrees. Die noch erhaltenen Trümpfe des Cary-Yale-Visconti-Tarots bestehen aus der Kaiserin, dem Kaiser, den Liebenden, dem Wagen, der Kraft, dem Tod, der Gerechtigkeit und der Welt.
 


Alle diese Trümpfe fi nden wir auch in unseren modernen Tarot- Sets wieder, doch das Cary-Yale-Visconti beinhaltet darüber hinaus noch drei weitere Karten, die die drei christlichen Tugenden Glaube, Hoffnung und (Nächsten-)Liebe repräsentieren. Im Marseilles- Tarot sind sie schon nicht mehr zeichnerisch dargestellt. Dass sie ursprünglich existierten, legt (ebenso wie die Existenz des Trumpfes »Stärke«) den Schluss nahe, dass ursprünglich alle im Mittelalter und der Renaissance bekannten sieben Tugenden im Visconti- Deck vorhanden waren: Die vier Kardinal-Tugenden Mäßigkeit, Stärke, Gerechtigkeit und Vernunft sowie die drei oben genannten christlichen Tugenden. Wie in allen früh gemalten Decks sind auch hier die Trümpfe nicht betitelt oder durchnummeriert, daher ist es unmöglich, herauszufinden, wie viele es ursprünglich in welcher Reihenfolge in einem Deck gab.
 


Das am besten erhaltene Deck aus dieser frühen Zeit ist das »Visconti- Sforza-Tarot«, das um 1450 für Francesco Sforza (1410 – 1466) kreiert wurde. Francesco Sforza beerbte Filippo Maria Visconti, nachdem er dessen Tochter Bianca ehelichte. Das Deck besteht aus 74 Karten, vier weniger als dem heutigen Standard entsprechend, und ist wunderschön bemalt und vergoldet, zum größten Teil von dem Künstler Bonifacio Bembo, einem bekannten Miniaturmaler. Der Narr sowie weitere 19 Trümpfe bevölkern das Deck, 13 davon wurden von Bembo gemalt, sechs später von einem unbekannten Künstler hinzugefügt.
Das Visconti-Sforza-Deck ist deswegen so bemerkenswert, weil es das früheste uns bekannte Deck ist, dessen Trümpfe in Gestaltung und Reihenfolge der heutigen großen Arkana ähneln. Die einzig fehlenden Trümpfe sind der Teufel und der Turm, und es gibt auch keinen Hinweis auf das Vorhandensein dieser beiden Karten in den anderen für die Herzöge von Mailand entworfenen Decks. Es existiert ein Turm im so genannten »Gringonneur-Deck«, das circa 1480 in Venedig gemalt wurde, jedoch kein Teufel.
 


Es ist klar beweisbar, dass die Abfolge von Bildern, die wir heute als Standard für Tarot-Trümpfe kennen, im Laufe des 15. Jahrhunderts entstand, jedoch kennt keines der handgemalten Decks aus dem 15. Jahrhundert alle diese Trümpfe. Manche zeigen auch Bilder, die heute nicht mehr zu den Trümpfen gehören, wie zum Beispiel die drei Symbole für die christlichen Tugenden: der Gral, der Falkner und ein Drachen.

Im nächsten Teil unserer Serie werden wir uns daher intensiv mit der Entstehung der heutigen Bildreihenfolge der 21 Tarot-Trümpfe befassen.
 

 

 
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