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Hintergrundwissen über Tarotkarten

Künstler und Tarotautor Robert Place lebt in New York, kreiert Tarotdecks und gilt als Tarotexperte.


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Die Geschichte des Tarot - Teil 2


 

Die Geburt des Tarot

 

In Teil 1 der Tarot-Geschichte haben wir erfahren, dass die Spielkarten aus China stammen und im 14. Jahrhundert durch die Mauren nach Westeuropa gelangten. Im selben Jahrhundert entstanden die ersten europäischen Decks. Sie enthielten vier Sätze, die den Sätzen des Tarot zwar ähnlich waren, doch als Tarot-Karten kann man sie noch nicht bezeichnen. Wann also ist der Tarot entstanden? Und ab wann ist ein Deck überhaupt ein Tarotdeck?

Der Aufbau des französischen Tarot de Marseille gilt heute als übliche Struktur für ein Tarotdeck. Das Tarot de Marseilles besteht aus vier kleinen Sätzen, die jeweils aus vier Hofkarten und 10 Zahlenkarten zusammengesetzt sind. Zusätzlich gibt es 22 allegorische Karten, die man die Großen Arkana nennt. Dieser Begriff entstammt dem modernen Okkultismus und wird nicht bei früheren Decks verwendet. Man könnte diese Karten als fünften Satz bezeichnen, auch wenn diese Bezeichnung nicht zutreffend ist, denn die Gelehrten haben einen Satz innerhalb eines Kartenspiels als eine Abfolge von Karten unter einer bestimmten Farbe oder einem Symbol defi niert. Der Begriff »Trumpf« trifft es wohl am besten, auch wenn nur 21 der 22 Karten wirklich Trümpfe sind. Der Narr ist eine beliebig einsetzbare Karte, die anstelle eines anderen Trumpfes ausgespielt werden konnte; wie in Teil 1 beschrieben waren die Vorläufer der ersten Tarotdecks für ein Glücksspiel gedacht, das ein früher Vorgänger des Bridge war. Unser Standard-Deck besteht also aus 56 kleinen Karten in je vier Sätzen sowie einer Kollektion von 21 Trümpfen plus dem Narren.
 

Filippo Maria Visconti, Herzog von Mailand

Viele Okkultisten glaubten, dass die Tarotkarten, die sie im 18. Jahrhundert in Frankreich entdeckten, einen Satz Trümpfe beinhalteten, der unverändert geblieben ist, seit er vor Jahrhunderten von einer Gruppe Eingeweihter oder Kabbalisten erschaffen wurde. Weil dieser fünfte Satz aus 22 Karten bestand, haben sie die Karten mit den 22 Buchstaben des Hebräischen Alphabetes gleichgestellt und sie in Bezug zu Zahlen und Himmelskörpern gesetzt – als würde es sich um einen Geheimcode handeln. Doch in Wahrheit entstanden diese Karten im Laufe des 15. Jahrhunderts; die ersten Decks hatten unterschiedliche Reihenfolgen und eine variierende Anzahl von Trümpfen, manche Decks kannten sogar nur einen einzigen Trumpf. Um das erste Tarot-Deck ausfi ndig zu machen, muss ein Tarot-Deck also als ein Kartenspiel mit vier Sätzen und zusätzlichen Trümpfen ohne feste Anzahl definiert werden.
Die ältesten, noch existierenden Tarotkarten stammen von Decks, die ca. 1440 für den Herzog von Mailand erschaffen wurden. Der älteste Beweis für die Existenz von Tarotkarten jedoch wurde erst kürzlich vom Tarot-Historiker Ross Caldwell entdeckt. Er befindet sich in einem Brief von Jacopo Antonio Marcello, den er 1449 an Königin Isabella von Lothringen schrieb. Er erwähnt darin zwei Kartendecks, die er für die Königin erworben hatte und die ursprünglich für Filippo Maria Visconti, Herzog von Mailand, erschaffen worden waren. Das ältere der beiden Decks war zwischen 1412 und 1425 entstanden. In der Renaissance konnte sogar ein Kartenspiel eine passende Gelegenheit darstellen, profunde mystische Lehren zu vermitteln, und die Frage nach der Tiefgründigkeit taucht auch in Marcellos Brief auf, denn er enthält eine rhetorische Frage, die dem Herzog vom Erschaffer des Decks, dem Sekretär, Lehrer und Astrologen Marciano de Tortona gestellt wurde: Marciano fragte, ob es für einen ernsthaften und tugendsamen Mann wohl passend sei, seine Zeit damit zu verbringen, Karten zu spielen; er antwortete, dass sich das Kartenspiel durchaus geziemen würde, wenn es denn genauso ernsthaft und tugendsam in der Philosophie sei, die es repräsentiere. Er selbst, Marciano, sei der Ansicht, dass sein Kartenspiel diesen Anforderungen entspräche.
 


Die 16 Trümpfe seines Spieles waren mit 16 Gottheiten des klassischen Altertums bebildert, alle wie auch die vier Sätze von dem renommierten Künstler Michelino da Besozzo gemalt. Zudem gab es vier Sätze mit je sieben Zahlenkarten und einem König. Die Satzsymbole bestanden aus vier verschiedenen Vögeln: Adlern, Phönixen, Turteltauben und Tauben. Marciano zufolge, der sehr detailliert über den Symbolismus des Decks schrieb, sollte jeder Satz ein Lebensziel oder einen Wunsch repräsentieren, die in zwei sich kontrastierenden Paaren abgebildet waren. Neben den 16 Götter-Trümpfen waren jedem Satz ebenfalls je vier Götter der Antike, die jeweils bestimmte Eigenschaften symbolisierten, zugeordnet. Die Adler, die die Tugend verkörperten, wurden mit Jupiter, Apollon, Merkur und Herkules verbunden. Die Phönixe, Reichtum repräsentierend, wurden Juno, Neptun, Mars und Äolus, dem griechischen Windgott, zugeordnet. Die Turteltauben, die für Keuschheit standen, erhielten als Götterentsprechungen Pallas, Diana, Vesta und die griechische Bergnymphe Daphne. Den Tauben schließlich, die Sinnlichkeit verkörpernd, wurden Venus, Bacchus, Fruchtbarkeitsgöttin Ceres und Cupid zugeordnet.
 

Man sieht, dieses frühe Deck widerspricht in seiner Anordnung vielen Vorstellungen über den Tarot. Die meisten seiner Trümpfe scheinen im Tarot de Marseille, dem Standard-Deck, nicht vorzukommen. Auch wenn es vier Sätze gab, so hatten diese doch eine einzigartige Zuordnung von Symbolen und entsprechen nicht der uns heute als klassisch bekannten Zuordnung von Stäben, Kelchen, Schwertern und Münzen. Sehen wir uns die Reihe der Gottheiten an, die in diesem Deck verwendet wurden, genauer an, dann stellt sich jedoch heraus, dass viele von ihnen auch in späteren Decks auftauchen. Cupid ist immer auf dem Trumpf »Die Liebenden« zu sehen, Herkules befand sich auf den frühesten Versionen der Karte »Die Kraft«. In der Schweiz waren anstatt Papst und Päpstin Juno und Jupiter abgebildet. Spätere Decks aus Flandern beinhalteten Apollon, Diana, Venus, Merkur und Mars.
Zurück zu dem frühesten Tarotdeck und der Frage, wie es wohl genutzt wurde. Leider erwähnt Marciano die Spielregeln nicht, der Symbolismus und die Philosophie hinter den Karten beschäftigten ihn wesentlich mehr. Dies weist darauf hin, dass das Deck auch für die Divination genutzt worden sein könnte. Die Verwendung von Vögeln als Symbole für die Sätze könnte sogar eine Verbindung zu den im Altertum üblichen Prophezeiungen darstellen, doch auch hier gibt uns Marcello keine weiteren Hinweise. Im nächsten Teil werden wir uns daher noch intensiver mit dem Visconti-Deck und der Familie, für die es geschaffen wurde, befassen, um dieses spannende Geheimnis zu lüften.
 

 
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