Tarotkarten

Das Glücksspiel des Lebens

Kirsten Buchholzer aus Hamburg über verschiedene Glückskarten im Tarot


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Das Glücksspiel des Lebens

 
Glückstarot: Die 9 der Kelche aus dem Rider Waite Tarot

Glückstarot: Die 9 der Kelche aus dem Rider Waite Tarot

Welches Tarotspiel ist wohl am ehesten ein Glücksdeck? Eigentlich wohl jedes! Entstanden aus dem anspruchsvollen Strategiespiel Tarock, dienen doch alle sogenannten esoterischen Tarotdecks dazu, das eigene Glück im Spiel des Lebens zu erfragen und zuweilen dadurch auch herauszufordern. So ist das nun mal mit dem Spielen - kein Gewinn ohne Risiko. Doch während es in Zockerrunden "nur" um Geld geht, muss beim Befragen der Karten immer damit gerechnet werden, eine Antwort zu erhalten, die das eigene Leben auf den Kopf stellt.

Zwei der 78 Tarotkarten nehmen direkten Bezug auf das Glück: Die 9 der Kelche, kurz "Freude" genannt, bezeichnet jenes erfüllende Gefühl, das der Philosoph Spinoza als "Übergang des Geistes in einen perfekten Zustand" formulierte und das erhoffte Resultat fast aller Tarotbefragungen ist - Zufriedenheit!
Und dann ist da natürlich Trumpf X - allen Nationen außer den Deutschen bekannt als das Rad des Glücks (beispielsweise La Roue de Fortune des Tarot de Marseille). Lediglich in Crowleys Thot Tarot und seinen Ablegern wird diese Karte als "Glück" bezeichnet. Allen anderen Spielen - wohl den ersten Übersetzern des Waite-Smith folgend - wurde das lockere "Glück" durch das gewichtige "Schicksal" ersetzt. Wie passend für die Lande der romantischen Weltschmerz-Denker, die einem durch die Nornen festgelegtes unabänderliches Menschengeschick stets den Vorzug vor den Irrungen und Wirrungen des Zufalls geben. Diese Denkart hat zwischenzeitlich viele internationale Decks geprägt - wie beispielsweise das gerade erschienene Spiral Tarot von Kay Steventon.

Dass besonders die Deutschen das Schicksal in den Mittelpunkt des Rades rücken, mag unter anderem daran liegen, dass sie dem Glück an sich eher misstrauisch gegenüberstehen. Dies schlussfolgert jedenfalls der Glücksforscher Stephan Klein (www.gluecksformel.de). Laut ihm scheint dieses Lebensgefühl unserer Nation so unwichtig, dass die deutsche Sprache - anders als beispielsweise die englische - nicht einmal zwei verschiedene Bezeichnungen für "Glück haben" (luck) und "Glück empfinden" (happiness) besitzt. Die guten Dutzend Sanskrit-Bezeichnungen für die das indische Leben bestimmenden Glücksfacetten möchte ich schon gar nicht ins Feld führen.

 

Glückstarot: Das Glück aus dem Crowley Thoth Tarot

Glückstarot: Das Glück aus dem Crowley Thoth Tarot

Wie dem auch sei: Die Verwendung des Begriffs "Schicksal" sorgt für die festgelegte Zementierung und Unausweichlichkeit, die die Deutschen anscheinend brauchen, um sich sicher und zufrieden - eben glücklich - zu fühlen.

Dabei müsste man sich eigentlich gar keine Sorgen darum machen, dass die Bezeichnung "Glück" zu viel des Frohsinns ins Leben sprüht. Schließlich ist Fortuna oder "Lady Luck" eine höchst flatterhafte Göttin. Und sie ist es, die auf alten Tarotdecks wie dem Visconti-Sforza oder dem 1JJ Swiss Tarot das Glücksrad kurbelt. Auch im äußerst beeindruckenden modernen Tarot do III Milénio sehen wir die kapriziöse Göttin mit verbundenen Augen bei der Arbeit, ohne Rücksicht auf Rang oder Natur all der Menschen, die sich am Rade verkrampft festklammern.

 

Zu den Kartenlegern

Aber kann es wirklich die frustrierende Nachricht des Glückstrumpfs sein, dass man sich von Glück und Schicksal durchs Leben schleudern lassen muss? Und das vielleicht durch viele Leben hindurch, wie es die Reinkarnationsimplikationen eines Decks wie das von Hermann Haindl andeuten?

Mitnichten! Denn es ist gerade dieser dem Jupiter zugeordnete Trumpf, der den Hauptschlüssel für persönliches Glück bereithält: die Fähigkeit zu akzeptieren, dass das Leben und seine Umstände in ständiger Bewegung sind, und der Mensch nur durch Wandel und Veränderung, durch immer neue und durchaus nicht immer wundervolle Erlebnisse an Erfahrungen reich, erfüllt und - glücklich wird.
Dieser selbstverantwortliche Gedanke liegt Tarotdecks wie dem Osho Zen oder dem Cosmic Tarot zugrunde, die das Thema von Zyklen und Wandlung vom begrenzten menschlichen Wahrnehmungsbild weg auf ein kosmisches übergeordnetes Denken verlagern.

Eine sehr zeitgemäße Interpretation: Schließlich hat die Wissenschaft inzwischen bestätigt, dass auch das Universum, über viele Jahrtausende als fixer Hintergrund der bewegten Erdengeschichte betrachtet, sich in bisher ungeahntem Ausmaße stetig ausdehnt und weiterentwickelt.

Glückstarot: Das Rad des Schicksals aus dem Rider Waite Tarot

Glückstarot: Das Rad des Schicksals aus dem Rider Waite Tarot

Ein sich bewegender Kosmos ohne Fixpunkte macht es natürlich umso wichtiger, den eigenen Standpunkt im Leben klar zu definieren und abzustecken. Es ist die Aufgabe eines jeden Menschen, sich eigene Fixpunkte zu setzen, um sich von Glück oder Schicksal nicht aus der Bahn schleudern zu lassen. Dieser konstruktive Umgang mit Trumpf X wird besonders anschaulich im Druid Craft dargestellt: Hier markiert eine Priesterin ihr ganz persönliches "Spielfeld", macht sich selbst zum Zentrum des Rades und somit ihres eigenen Universums anstatt sich an seinem Rande entlangschleudern zu lassen.

Ein ähnlicher Gedanke lässt sich auch dem Traumzeit-Tarot entnehmen: das Rad als Radix-ähnliche Matrix, mit der Erde - dem Lebensraum und Referenzrahmen eines jeden Fragenden - im Mittelpunkt. Hier geht es darum, eigene Potentiale zu erkennen und zu entfalten, um zu einer abgerundeten Persönlichkeit mit all ihren Facetten zu werden. Auch hier haben göttliche Mächte ihre Hand im Spiel - um diese Arbeit an sich selbst zu unterstützen, nicht um sie blind zu sabotieren. Die Götter helfen eben doch denen, die sich selbst helfen.

"Versuche es erst selbst, und danach rufe Gott um Hilfe." Euripides

 
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Zur Autorin

Kirsten Buchholzer kam durch einen Zufall zum Kartenlegen und hat sich über Ausbildungen und im Selbststudium zur professionellen Kartenlegerin entwickelt. Sie versteht ihre spirituelle Beratung als Hilfe zur Selbsthilfe und als Seelentrost: Ich glaube nicht an ein vorherbestimmtes Schicksal, sondern daran, dass es für jedes Problem im Leben auch eine Lösung gibt". Ihre Themenschwerpunkte sind Liebe, Beruf, Familienthemen, die Ursprungsfamilie und das psychische (Wohl-)befinden.

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23.08.2017, 10:08 MESZ
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