Tarotkarten

Der Turm

Der Lenormand-Karte 19 werden eher unerfreuliche Grundbedeutungen zugeschrieben: Trennung, Gefangenschaft, Isolation, Einsamkeit und Grenze. Lesen Sie hier, was es noch bedeuten kann..


Der Turm - ganz alleine oder hoch hinaus?


 

Der Turm

 

Als Tarot-Expertin lässt mich das Wort Turm natürlich aufhorchen. Denn selbst nach der »Psychologisierung« des Tarot ist diese Karte in einer Auslage selten gern gesehen. Vielmehr wird sie als Zeichen unwillkommener und beängstigender Umbrüche gedeutet. Auch im Lenormand ist diese Karte – vertraut man der einschlägigen Literatur – nicht die Nummer Eins auf der Beliebtheitsskala. Doch immerhin ist hier kein fl ammendes und zerberstendes Gemäuer, sondern ein erhaltenes, wenn auch meist uraltes Mauerwerk zu sehen – zumeist absolut bewohnbar wirkend. Dieses scheinbar in der Tradition tief verankerte Bauwerk macht die Karte in einer Legung zum Indikator für Behörden, Ämter (in Verbindung mit den Fischen das Finanzamt, in Verbindung mit dem Anker das Arbeitsamt), Institutionen und Unternehmen. Konzerne, Verwaltungen, Krankenhäuser, öffentliche Gebäude, große kommerzielle Baukomplexe und Banken sowie hohe schmale Häuser können durch sie bezeichnet werden. Ansonsten werden der Lenormand-Karte 19 eher unerfreuliche Grundbedeutungen zugeschrieben: Trennung, Gefangenschaft, Isolation, Einsamkeit und Grenze.

 

Warum dies so ist, lässt sich ebenfalls leicht dem Kartenmotiv entnehmen: Bedrohliche und oft klaustrophobisch wirkende Wehr- und Wachtürme erheben sich seit der Antike in der Landschaft, um Landesgrenzen und Gruppenzugehörigkeiten zu markieren. Aus ihnen wurde nach unliebsamen Fremden gespäht. Ihnen wurde aufgelauert, um sie zu vertreiben, ihnenWegezoll abzufordern oder sie gar gefangen zu setzen. Auch die Begriffe Schuld- und  Elfenbeinturm sprechen sehr beredt von einsamer Gefangenschaft. Mahnmälern wie der Berliner Gedächtniskirchturm oder die Bilder der traumatischen Zerstörung des World Trade Centers prägen unsere kollektive Geschichtsschreibung. Und in der Weltliteratur ist der Turm als Symbol für Überheblichkeit und Zerstörung in Erinnerung: Neben dem viel zitierten Babylonischen Bauwerk kommen mir sofort Gandalfs Gefangensetzung auf Turm Orthanc, Rapunzels triste Jugend, Harry Potters hilflose Verzweiflung am Astronomieturm oder Uwe Tellkamps Turm-Roman über den Untergang der DDR in den Sinn. Warum also sollte der Turm im Lenormand besser rezipiert werden? Andererseits – ist das nicht alles eine Frage der Perspektive?

 

Zu den Kartenlegern

 Wer früher auf Schusters Rappen durch die Lande reiste oder auf stürmischer See nach einem Ankerplatz Ausschau hielt, war sicher sehr erfreut, aus der Ferne einen Kirch- oder Leuchtturm zu erblicken. Bald, so wussten die Reisenden, waren sie geborgen und wieder unter Menschen. Den Erbauern garantierten die eigenen Wachtürme einen weiten Überblick über den von ihnen eingegrenzten Besitz, Schutz vor Angriffen und die Möglichkeit des Rückzugs. Es ist daher wichtig, sich bei der Deutung dieser Karte genau zu überlegen, ob man bezüglich der Frage eher mit Isolationsgefühlen zu kämpfen hat oder selbst auf Distanz gehen sollte, um die Dinge von einer höheren, objektiveren Warte aus zu betrachten. Oder sich darüber Gedanken zu machen, ob der Fragenden Grenzen gesetzt werden oder sie selbst mal welche setzen müsste. Warum entstehen überhaupt diese Grenzen? Haben sie etwas mit Snobismus, Egoismus und Arroganz zu tun, die vom Fragenden oder seinem Umfeld ausgehen?

 

Trennungshinweis?

 

Auch als Trennungshinweis muss der Turm den Interpreten nicht unbedingt erbleichen lassen: Eine durch den Turm bezeichnete Beendigung einer Partnerschaft rührt oft von überlebten Strukturen und Gefühlen her, und der größte Trennungsschmerz könnte darin liegen, sich selbst einzugestehen, dass sich das derzeitige Zusammenleben einsamer als ein Alleinsein anfühlt. Anderseits kann der Turm zwischen den Personenkarten auf eine durchaus erfolgreiche und stabile Beziehung verweisen, in der die Partner unterschiedliche und nicht miteinander geteilte Bereiche leben. Besser sogar, der Turm kann hier gemeinsam geschaffene ideelle oder materielle Werte darstellen, die ein Paar verbinden. Auf eine Person allein bezogen steht die Karte in diesem Zusammenhang auch für das Lebenswerk. Das klingt alles sehr steinböckisch, und in der Tat wird die Karte von einigen Autoren dem Herrscher dieses Zeichens – dem Saturn – zugeordnet. Trennung, Grenzen, Gefühlsschwere, sie finden alle einen Widerhall in diesem Planeten, aber auch ein weiterer wichtiger Aspekt des Turms – Erfolg durch Disziplin und Zielstrebigkeit – wird durch ihn betont. Dieser Charakterzug ist höchstwahrscheinlich einem Menschen zu eigen, der durch die Karte bezeichnet wird. Gefühle werden hier zurückgestellt, weil man sich auf ein Vorankommen im Bereich der Karriere konzentriert. Weitere Merkmale könnten Unnahbarkeit, Introvertiertheit, Unbeweglichkeit, Kontrolle, Strenge und Sparsamkeit bzw. Einschränkung sein.

 

Im Rückschluss auf die alles überragende Höhe des Turms symbolisiert die Karte auch den Vorgesetzten oder jemanden mit Führungsqualitäten, der es zu Ruhm, öffentlichem Ansehen und Macht bringt. Eben eine Person mit Rückgrad – die Wirbelsäule, die auf der Körperebene dieser Karte zugeordnet ist. Hier sehe ich wieder Parallelen zum Tarot, in dem die mit dem Lenormand-Turm verbundene Zahl 19 die strahlende Sonne scheinen lässt. Auch wird – besonders in Verbindung mit dem Anker – die berufl iche Selbstständigkeit durch den Turm angezeigt. Außerdem spielen Ambitionen, Ideale, hohe Erwartungen und Zielstrebigkeit eine große Rolle. Auf der zeitlichen Ebene steht er demzufolge für langwierige Prozesse, aber auch für ein langes Leben. Beim Turm kann man eben damit rechnen, dass alles in die Länge gezogen wird. Damit es nicht zu einem abrupten Ende kommt, hilft es sicher, sich an das Zitat des Komponisten Anton Bruckner zu halten:
»Wer hohe Türme bauen will, muss lange beim Fundament verweilen.«

 
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Zur Autorin

Kirsten Buchholzer kam durch einen Zufall zum Kartenlegen und hat sich über Ausbildungen und im Selbststudium zur professionellen Kartenlegerin entwickelt. Sie versteht ihre spirituelle Beratung als Hilfe zur Selbsthilfe und als Seelentrost: Ich glaube nicht an ein vorherbestimmtes Schicksal, sondern daran, dass es für jedes Problem im Leben auch eine Lösung gibt". Ihre Themenschwerpunkte sind Liebe, Beruf, Familienthemen, die Ursprungsfamilie und das psychische (Wohl-)befinden.

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