Interview
Vor zwei Jahren haben Sie eine schreckliche Diagnose gestellt bekommen.
Mein Arzt teilte mir relativ kühl mit, dass ich Brustkrebs habe. Ich war wie vor den Kopf gestoßen. Krebs! In meiner Familie hatte es noch nie einen Krebsfall gegeben und nun traf es ausgerechnet mich.
Wie haben Sie reagiert?
Ich habe mich erst einmal informiert, was genau das eigentlich bedeutet und was da auf mich zukommen würde. Ich habe stundenlang in Bibliotheken gesessen und später viel im Internet gelesen. Nach ein paar Wochen ging es ins Krankenhaus, wo man mir auch noch Hoffnung machte, weil mein Krebs noch nicht so weit entwickelt war. Aber nach zwei Operationen musste man mir dann doch eine Brust entfernen, weil der Tumor schon Metastasen gebildet hatte. Es war schrecklich.
Hatten Sie Familie, die Sie unterstützt hat?
Mein Sohn war immer für mich da, so gut es ging. Er wohnt 300 Kilometer weit weg, also ist das für ihn auch nicht so leicht. Mein Ex-Mann half mir ein wenig und dazu ein paar Freunde, die mir Essen ins Krankenhaus brachten und mich aufheiterten. Aber mit meinen dunklen Gedanken blieb ich am Ende doch alleine. Die schlimme Zeit war auch nicht die im Krankenhaus, sondern die Zeit danach. Man hat diese bohrenden Fragen im Kopf. Wird der Krebs weggehen oder streut er im Körper? Habe ich in meinen Leben etwas falsch gemacht, dass ich diese Krankheit habe? Und natürlich fragt man sich auch, ob man sterben wird. Es ist die Hölle und ich wünsche es keinem. Nach und nach wurde ich dann richtig depressiv.
Konnte der Krebs aufgehalten werden?
Durch die Abnahme der linken Brust hatte man ihn ganz entfernt, aber die Gefahr, dass er irgendwo anders wieder auftaucht, ist natürlich da. Das belastete mich schwer. Ich wollte nicht sterben und ich wollte auch nicht mehr leiden. Ich wollte mein altes Leben zurück, aber mit jeder Tablette, die ich nahm, rückte dieses Leben ein Stück weiter weg.
Ihr Lebensmut schwand?
Ja, in einer gewissen Weise. Ich wollte nicht sterben, aber die Frage, ob ich so weiterleben wollte, tauchte immer wieder auf. Will ich den Rest meines Lebens Medikamente nehmen, mich schlecht fühlen, meine Kraft verlieren und depressiv sein? Ich wusste von anderen Patienten, dass dies die falschen Gedanken waren, aber ich bekam sie einfach nicht aus meinem Kopf. Eine Freundin gab mir eines Tages die Nummer von Claudia Raimund. Sie meinte nur: Ruf da an, und du wirst sehen, dass das Leben noch viel für dich bereit hält. Als ich anrief hatte ich mal wieder ein Tief und es dauerte keine zwei Minuten, da habe ich am Telefon einfach losgeweint. Claudia war sehr verständnisvoll und hat mich beruhigt. Sie hat mir gesagt, dass sie mal in den Karten schauen wird, was in der nächsten Zeit auf mich zukommt. Und siehe da - sie sah eine Reise, und dass sich mein Leben beruhigen würde. Ich konnte das kaum glauben, aber Claudia war so liebevoll und zuversichtlich, dass sie mich einfach überzeugt hat.
Hat sie recht behalten?
Allerdings. Kaum zwei Wochen nach dem Telefonat hatte ich einen Termin bei meinem Arzt, und der meinte, dass meine Blutwerte richtig gut aussehen würden. Ich war so begeistert, dass ich meinen Sohn anrief und der meinte spontan: Mama, weißt du was, jetzt wo es dir besser geht, fahren wir beide in den Urlaub. Ich war völlig von den Socken. Claudia hatte vollkommen richtig gelegen und ich bin ihr so dankbar, dass sie mich wieder aufgebaut hat.

Claudia Reimund freut sich auf das Gespräch mit Ihnen!
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