26. Dezember 2007
Als Raunächte (oder Rauchnächte) bezeichnet man die 12 Nächte zwischen Weihnachten und dem 6. Januar. In diesen Nächten soll dem Aberglauben nach das wilde dämonische Heer sein Unwesen treiben und den Menschen Unglück bringen. Frauen und Kinder gelten als besonders gefährdet. Während dieser Zeit sollten Haus und Hof gereinigt (ausgeräuchert) werden, um sich von den bösen Geistern zu befreien.
Man sagt auch, dass es sich um Losnächte handelt: Dem Brauchtum nach kann man verschiedene Orakel anwenden. U.a. heißt es, die Tarot-Karten, die man in jeder der 12 Nächte zieht, treffen für den jeweiligen Monat des kommenden Jahres eine Aussage. Zieht man also in der Nacht vom 24. auf 25.12 eine Karte, so betrifft das Thema den Monat Januar usw.
Erstellt: 15:36 Uhr | Autor: Sabine Lechleuthner | Kategorie: Kartenlegen | Kommentare [10]
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bin etwas irritiert, weil ich vor ein paar Tagen gelesen haben, daß die Raunächte bereits in der Nacht des 21. Dezember, dem sogenannten Thomastag, beginnen.
Außerdem wären es, wenn man in der Nacht des 24.12. mit dem Kartenziehen beginnt, bis zum 06.01. (die Nacht vom 05. zum 06.01.) 13 Karten???
Weihnachtliche Grüße
Christine
Kommentar von Christine am 26. Dezember 2007, 16:28 Uhr
traditionell ist es meines Wisens nach richtig, das die Rauhnächte ab dem 21. Dezember beginnen. Der 24. 12 wurde ja ursprünglich von der katholische Kirche erst initiiert..... Rauhnächte gibt es schon viel länger!
Viele Grüße
Annette
Kommentar von Annette_Rudolph am 26. Dezember 2007, 19:03 Uhr
Irgendwie blöd, daß es hierfür keine feste Zeitangabe gibt, gerade auch was das Tarot-Orakel betrifft. Ich hatte am 21. Dezember damit begonnen aber nun inzwischen aufgehört, weil ich mir dann ja doch nicht sicher sein kann, welche Karte für welchen Monat gültig ist. Bleibt mir dann noch die Jahreskarte am 31. Dezember oder aber auch das Ziehen von 12 Monatskarten in der Neujahrsnacht.
Dir liebe Annette und allen anderen Lesern u. Schreibern einen guten Rutsch und alles erdenklich Gute, vor allem Gesundheit, im Jahr 2008.
Kommentar von Christine am 27. Dezember 2007, 22:34 Uhr
Mit etwas Übung spürst du Unterschiede im Sprachausdruck, ob das hohe Selbst, ein Engel oder angelernte Egomuster der eigenen Quelle dich aufmerksam machen. Eine spannende Sache, ausprobieren!
Kommentar von Rosemarie am 27. Dezember 2007, 23:52 Uhr
Hallo Sabine
Da ich mich auf grund meiner geomantischen Arbeit des öfteren mit den Mythen und Brauchtümern der Kelten beschäftige, möchte ich Dir ein paar Infos über die "Rauhnächte" zukommen lassen.
Also das mit den Geistern und Dämonen ist so nicht ganz richtig. Das ist eine alte Tradition des Fasching.
Zum Jahreswechsel wurde lediglich ein sogenannter "Kehraus" gemacht,was aber mit den Rauhnächten nichts zu tuen hatte.
Rauhnächte - 24. Dezember bis 5. Januar
Die Rauhnächte waren bei unseren Vorfahren Heilige Nächte.
In ihnen wurde möglichst nicht gearbeitet, sondern nur gefeiert, wahrgenommen und in der Familie gelebt.
Diese Rauhnächte gingen immer von Nacht zu Nacht.
Also von 24.00 Uhr an Heilig Abend, der "Mutternacht" bis 24.00 Uhr am 25. Dezember - das war die erste Rauhnacht.
"Nacht" deswegen, weil wir uns nach dem keltischen Jahreskreis in der Jahresnacht befinden.
Somit ist der ganze Tag "Nacht".
Und die letzte Rauhnacht endet um 24.00 Uhr am 5. Januar.
Diese Nacht ist wieder eine besondere Nacht, die Perchten-Nacht.
Danach ist dann Heilig-Drei-König.
Es gibt also 12 Rauhnächte!
Die Alten benutzten jede dieser Rauhnächte für einen Monat des Jahres zum Deuten und Orakeln.
Somit steht die erste Rauhnacht für den Januar, die zweite für den Februar und so fort.
Sie beobachteten alles: Wetter, wie das Essen geschmeckt hat, ob gestritten wurde oder ob es friedlich zuging. Ob an diesem Tag alles glatt lief oder es Probleme gab. Und wenn ja, welche Probleme usw.
Alles, auch das noch so unwichtige, hatte eine Bedeutung. Und wer es verstand, der konnte den dazugehörigen Monat im Vorhinein deuten.
Man konnte das Ganze auch noch weiter differenzieren.
So waren immer zwei Stunden einer Rauhnacht stellvertretend für einen kommenden Monat. Die ersten beiden Stunden von 0.00 Uhr bis 2.00Uhr in der Nacht standen immer für den Januar, die nächsten zwei für den Februar und so fort bis zu den letzten beiden Stunden, die für den Dezember standen. Und das jeden Tag.
Dann gab es besondere Tage, wie der 28. Dezember und der 5. Januar.
Diese Tage waren geeignet, alles wieder aufzulösen und zu erlösen.
Angenommen, man hatte die ersten drei Tage nur Streit, das Wetter war grauenvoll usw., dann hatten man am 28. Dezember, dem Tag der Kinder - die Möglichkeit - alles wieder gut zu machen und aufzulösen. Dazu war es wichtig, sich alles noch mal genau vorzustellen und dann in weißes Licht zu tauchen oder in violettes und es verwandeln zu lassen in etwas positives.
Das gleiche konnte man am Ende auch noch mal machen - also am 5. Januar.
Drum wurden diese Rauhnächte vorsichtig und wachsam begangen, da sie das ganze kommende Jahr in sich bargen und jeder selber dafür verantwortlich war, wie er die Weichen stellte.
Herzliche Grüße
Axel
Kommentar von Axel Sallmann am 28. Dezember 2007, 11:15 Uhr
herzlichen Dank für die vielen Ergänzungen und Kommentare zu den Raunächten. Ich habe einfach Auszüge aus den verschiedenen Brauchtümern genannt. Es gibt - wie Axel hier so ausführlich beschreibt - wirklich viele verschiedene Formen und Daten hierzu.
Herzliche Grüße an alle ...
Sabine
Kommentar von Sabine Lechleuthner am 28. Dezember 2007, 12:10 Uhr
Ohne die zweifelsohne vorhandene Kompetenz der Autorin in Frage stellen zu wollen, möchte ich auf einen Umstand aufmerksam machen, der streng genommen, als Fehler auszulegen wäre.
Wider der landläufigen Meinung, die tatsächlich daher rührt, dass in den Raunächten bevorzugt Priester gebeten wurden, die Ställe und den Hof zu reinigen, indem mit Weihrauch geräuchert wurde, geht der Wortstamm auf das mittelhochdeutsche Wort ruch (haarig) zurück. Vgl. den Begriff Rauware für Tierfelle.
Im Volksmund hat sich durch das Brauchtum der (Aus)Räucherung, die unzulässige Assoziation gebildet und auch erhalten. Korrekt ist sie deshalb dennoch nicht.
Die Abweichungen im kalendarischen Beginn der Raunächte sind regional bedingt. So wird tatsächlich in einigen Gebieten die Thomasnacht/Wintersonnenwende als Beginn der Rauchnächte beziffert.
Entstanden ist das Brauchtum vermutlich aus kalendarischen Aspekten heraus. Da bei der Benutzung eines lunaren (=Mond) Kalenders nur dreihundertvierundfünfzig Tage gezählt werden und somit zum Sonnenjahr elf Tage fehlen, wurden diese elf Tage, nach Beendigung des Mondjahres, als außerhalb der Zeit, zeitlos, tot gesehen. Diesen "toten Tagen" wurden außergewöhnliche Kräfte zugeschrieben. So glaubte man, dass die Schwellen zum Totenreich offen wären, dass es eine Zeit der Vorsehungen und Verheißungen sei (was sich noch heute im Bleigießen als Neujahrsorakel erhalten hat), die besonders gut zur Befragung von Orakeln geeignet wäre. Es war die Zeit der Geisterbeschwörung, aber auch Geisteraustreibung (oben erwähnt: Ausräuchern (=Reinigen) der Ställe und Höfe).
Wer innerhalb der Zeit der Raunächte das Licht der Welt erblickte, dem wurden magische Kräfte zugesprochen, dies galt im besonderen Maße, wenn das Kind an einem Samstag innerhalb dieser Zeit geboren wurde.
Heute erleben die Raunächte eine Art neo-spirituelle Renaissance, die geprägt von den alten zumeist germanischen Wurzeln der Tradition, vermischt mit den über die Jahrhunderte dazugekommenen christlichen Bräuchen und dem "neuen esoterischen Wissen" für den geneigten spirituellen Menschen eine Zeit des Innehaltens, der Meditation, Innen- und Rückschau bieten, eine Zeit des Abschiednehmens, vom Alten und Raum bereitstellen für das Neue, was da kommen möge.
In diesem Sinne, eine beschauliche Zeit wünschend,
herzlichst
Britta Goetz, Expertin Kartenlegen, Runen, I-Ging
Kommentar von Britta Goetz, Questico Expertin am 28. Dezember 2007, 14:01 Uhr
Die Rauhnächte beginnen ab der Wintersonnenwende, die in der Regel zwei Tage vor dem heutigen Weihnachtsfest stattfindet (ich sollte das wissen - ich bin genau in der ersten Rauhnacht zur Wintersonnenwende geboren, lach), da diese heidnischen Nächte ja durch die astronomischen Gegebenheiten (eben besagte Wintersonnenwende, die den tiefsten Stand der Sonne und die längste Nacht des Jahres darstellt) eingeläutet wurden und nicht durch eine willkürliche christliche Festlegung, die nur dazu dorthin gesetzt wurde, um das heidnische Sonnwendfest zu verdrängen und zu ersetzen.
(Korrekterweise muss man sagen, dass die Wintersonnenwende in jedem Jahr auf einen etwas anderen Termin fällt, der zwischen dem einundzwanzigsten und dreiundzwanzigsten Dezember liegt.)
Blessed be,
Stayka deyAvemta (bei Questico: Stayka Pantke)
Expertin für Kartenlegen (Lenormand, Rider Waite Tarot, Osho Zen Tarot, Göttinnengeflüster) Astrologie, Reiki und Steine
Kommentar von Stayka deyAvemta am 29. Dezember 2007, 22:20 Uhr
mir ist es in den letzten Tagen zweimal passiert, daß ich bei Experten gesperrt wurde und zwar nur aus dem Grunde,daß ich die Gespräche als nicht so positiv bewertet habe. Es kann doch nicht sein, daß solche Experten so wenig professionell sind, daß Sie "trotzig wie die kleinen Kinder" eine Sperrung einsetzen. Wenn ein erwachsener Mensch keine Kritik vertragen kann, darf er sich doch in einem solchen Forum garnicht erst bewegen. Ich bin ien guter Kunde bei Questico und konnte bisher immer gute Bewertungen aussprechen, außer bei den beiden Damen Teresa Osenstätter und Karin Linder.
Bitte geben Sie mir doch eine Stellungnahme hierzu.
Mit freundlichen Grüßen
Kommentar von Johanna,Uedelhoven am 30. Dezember 2007, 11:38 Uhr
Liebe Grüße und viel Spaß beim selbstgestalten
Angie
Kommentar von A.Weis-Schreiber am 01. Januar 2008, 15:13 Uhr